Mo, 11. Dezember 2017

Mysteriöse Ladung

17.08.2010 16:22

US-Militär schuld an Lufthansa-Crash in Saudi-Arabien?

Der Crash einer Lufthansa-Frachtmaschine in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad von Ende Juli erscheint immer mysteriöser. Hatte es zunächst geheißen, dass ein Reifenplatzer das Unglück auslöste, häufen sich jetzt die Hinweise, dass der Jet bereits in der Luft Feuer gefangen hatte. Der Brand könnte durch eine geheime Fracht ausgelöst worden sein, die das US-Militär in Frankfurt an Bord der Maschine gebracht hatte. Die Lufthansa und die Armee hüllen sich jedoch in Schweigen.

Am 27. Juli war die in Frankfurt gestartete Maschine vom Typ MD-11 bei der Landung in Riad auseinandergebrochen und ausgebrannt (siehe Infobox). Die beiden Piloten konnten sich über die Notrutschen in Sicherheit bringen. Das offenbar ungewöhnlich heiße Feuer ließ den gesamten oberen Teil des Rumpfes schmelzen.

Wie "Spiegel Online" berichtet, häufen sich jetzt jedoch die Anzeichen, dass die Unglücks-Version der Behörden nicht dem tatsächlichen Geschehen vom 27. Juli entspricht. Die offiziellen Stellen behaupten, dass ein geplatzter Reifen bei der Landung zum Auseinanderbrechen des Jets geführt hatte, wodurch wiederum das Feuer ausgelöst worden sei.

Einsatzbericht der Feuerwehr gibt Anlass zu Zweifel
Doch nun berichten Augenzeugen, dass die Maschine bereits in der Luft gebrannt hätte. Die anschließende Landung sei demnach ein wahres Meisterstück der Piloten gewesen. Auch der Einsatzbericht der Flughafen-Feuerwehr spricht dafür, dass der Brand schon vor der Landung ausgebrochen und von den Piloten an den Tower gemeldet worden war. Denn die Retter brüsteten sich nach dem Unglück damit, dass ihre Löschfahrzeuge bereits nach 35 Sekunden am brennenden Wrack waren, das am Ende der Piste lag - also unfassbar schnell, wenn man davon ausgeht, dass der Jet wirklich erst nach der Landung Feuer gefangen hätte.

Ungewöhnlich sei dann auch die Brandbekämpfung verlaufen. Offenbar war das Feuer extrem heiß, weitaus mehr Fahrzeuge als üblich bekämpften die Flammen, die den gesamte oberen Teil des Rumpfes schmelzen ließen. Das nährt bei Experten den Verdacht, dass sich an Bord eine ungewöhnliche Fracht befunden hat.

Was befand sich in den Containern der US-Armee?
Und tatsächlich: Später stellte sich heraus, dass die US-Armee zwei Container an Bord der Unglücksmaschine gebracht hatte. Sie wurden just an jener Stelle verzurrt, an der der Brand ausbrach. Laut Ladepapieren befanden sich in den Boxen ein Triebwerk und Chemikalien, beide als Gefahrgut gekennzeichnet. Das Versenden von Ausrüstungsgegenständen mit privaten Anbietern ist seit kurzer Zeit gängige Praxis beim US-Militär. Denn anders als die eigenen Transportmaschinen erregen die Jets von Lufthansa & Co. keinerlei Aufsehen. Mit den deutschen Behörden gibt es bereits Deals, dass bestimmte in Deutschland aufgegebene Ladungen nicht weiter kontrolliert werden.

Ob sich der Fall der Unglücksmaschine von Riad jemals klären lassen wird, ist ungewiss. Denn solange vor allem das US-Militär nicht kooperiert, wird sich nur schwer nachweisen lassen, welche Fracht sich an Bord befand. Auch die Lufthansa gibt keine detaillierte Auskunft, sondern flüchtet sich in allgemeine Aussagen. Viel Zeit zum Ermitteln bleibt jedenfalls nicht mehr. Denn schon bald wird das Wrack, das derzeit noch am Rande der Piste liegt, zerteilt und verschrottet.

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