Do, 14. Dezember 2017

Einsatz ohne Heli

15.08.2010 09:27

Bergretter trugen Verletzte in Osttirol 6 Stunden ins Tal

Bei einem spektakulären und kräfteraubenden Einsatz ist am Freitag eine deutsche Urlauberin nach einem Unfall in den Osttiroler Bergen gerettet worden. Die Bergretter mussten die Verletzte aus gut 2.600 Metern Seehöhe bis ins Tal tragen, weil der Hubschrauber wegen schlechter Sicht nicht starten konnte.

Die 44-jährige Berlinerin war Freitag früh mit Bekannten des deutschen Alpenvereins von der Johannishütte im Venediger-Gebiet aufgebrochen, um bis zur Eisseehütte zu wandern. Nahe der Zopetscharte (in 2.950 Metern Höhe) ist die Frau allerdings ausgerutscht. Sie verletzte sich dabei so schwer, dass ein Notruf abgesetzt werden musste.

Weil der Rettungshubschrauber in Nikolsdorf wegen Nebels nicht starten konnte, wurde die Bergrettung alarmiert. Markus Bstieler: "Ich bin kurz vor zwölf Uhr verständigt worden und habe gleich ein Team zusammengetrommelt." Insgesamt elf Mann sind dann mit Gebirgstrage, Vakuum-Matratze und Thermosack aufgebrochen, um die Verletzte vom Berg zu holen.

"Das war anstrengend und gefährlich"
Bstieler: "Wir haben unser Material mit der Seilbahn zur Eisseehütte bringen lassen und sind damit weiter bis zur Verletzten in 2.638 Meter aufgestiegen." Dann musste die Frau über steile Hänge, Geröllhalden und Bäche auf der Trage ins Tal geschleppt werden. "Das war anstrengend und gefährlich, weil der Boden durch den Regen sehr rutschig war", schildert Bstieler.

Nach knapp sechs Stunden konnte die Deutsche gegen 18 Uhr in den Rettungswagen umgeladen werden. Die Frau hatte einen Knöchelbruch erlitten und musste noch am selben Abend im Bezirkskrankenhaus Lienz operiert werden.

von Martina Holzer und Johann Palmisano, Kronen Zeitung

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