Di, 24. April 2018

Fall heruntergespielt

18.03.2018 13:11

Siebenjähriger sticht seine Lehrerin nieder

Große Aufregung rund um einen Vorfall an einer deutschen Schule: Ein Siebenjähriger stach mit einem Messer auf seine Lehrerin ein. Doch obwohl alle von dem aggressiven Buben wussten, wiegelten nach dem Zwischenfall sowohl Polizei als auch der Sozialbehörde ab.

Bereits am 6. März ereignete sich der Vorfall an einer Volksschule in der deutschen Gemeinde Nimburg in Baden-Württemberg. Weil ein siebenjähriger Schüler zum wiederholten Male den Unterricht gestört hatte, habe sie ihn auf den Gang gesetzt, schildert die Lehrerin den Vorfall der „Bild“-Zeitung. Als sie später nach ihm geschaut habe, habe der Bub plötzlich ein Messer gehabt, das er offenbar aus dem Bastelunterricht mitgenommen hatte.

Polizei und Sozialbehörde spielen Vorfall runter
„Ich sagte, er solle es mir geben“, so die Lehrerin. „Ich hatte Angst, dass er andere Kinder verletzt.“ Als sie ihm das Messer wegnehmen wollte, stach er jedoch plötzlich zu. Die Pädagogin musste nach der Attacke operiert werden.

Dass die Sache erst jetzt publik wurde, ist Teil der Aufregung rund um den Vorfall. Denn sowohl Polizei als auch Bürgermeister haben den Vorfall bislang heruntergespielt. „Wir haben versucht, die Dramatik herunterzustufen, die letztendlich gar nicht vorhanden war“, erklärte ein Polizeisprecher regionalen Medien. Die zuständige Sozialbehörde „bedauert“ den Vorfall, weist aber darauf hin, dass die Frau nur „oberflächliche Verletzungen“ erlitten habe.

Schüler schon länger auffällig
Eine Tatsache, die der Lehrerin, die von dem Buben verletzt wurde, gar nicht passt. „Ich leide noch heute unter dem Angriff und finde es schlimm, dass das so verharmlost wird.“ Noch immer bekomme sie Panikattacken, „wenn ich an die Schule denke“. Dabei sei der Siebenjährige auch in der Kindertagesstätte bereits auffällig gewesen. „Bereits in der ersten Klasse wurde ein Antrag gestellt, dass er in eine andere Schule kommt. Nichts ist passiert“, ärgert sich die Pädagogin.

In einem Brief an das Schulamt wurde Anfang des Jahres von den Auffälligkeiten des Buben berichtet. Es habe bereits tägliche Vorfälle, wie Beißen und Schlagen von Mitschülern und Lehrern oder Werfen von Stühlen, gegeben. Deshalb hätten Pädagogen nicht mehr für die Sicherheit der anderen Schüler garantieren können. Passiert sei daraufhin aber nichts. „Ich würde mir wünschen, dass der Junge die Hilfe bekommt, die er braucht“, so die Lehrerin.

 krone.at
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