Mo, 23. April 2018

„Würde das machen“

07.01.2018 15:09

Trump zu Gesprächen mit Kim „absolut“ bereit

US-Präsident Donald Trump hat sich zu direkten Kontakten mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit erklärt, bleibt aber bei seiner harten Haltung im Atomstreit mit dem Land. "Sicher, ich glaube immer an Gespräche", sagte Trump am Samstag auf die Frage, ob er sich ein Telefonat mit Kim vorstellen könne. "Absolut, ich würde das machen", fügte er vor Journalisten im Wochenendsitz Camp David hinzu.

Trumps Äußerung markiert eine deutliche Abkehr von seinen bisherigen Drohungen gegen Kim. Am Freitag hatte bereits US-Außenminister Rex Tillerson grundsätzliche Gesprächsbereitschaft mit Nordkorea signalisiert. Nordkorea müsse aber verstehen, dass aus Sicht der USA "eine endgültige, vollständige Denuklearisierung" Ziel sein müsse.

Trump: Innerkoreanische Gespräche "ein großer Anfang" 
Süd- und Nordkorea tauschten unterdessen am Sonntag die Listen mit den Delegationen für die anstehenden ersten Gespräche beider Länder seit zwei Jahren aus. Er befürworte die innerkoreanischen Gespräche "zu 100 Prozent", sagte Trump. "Sie sind ein Anfang, ein großer Anfang." Er hoffe, dass sie etwas bringen, und würde es auch begrüßen, wenn sie über das Thema Olympia hinausgingen.

Bei dem Treffen am kommenden Dienstag im Grenzort Panmunjom soll es unter anderem um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang gehen. Trump sagte, er hoffe, dass es zu einem solchen nordkoreanischen Schritt komme.

Zugleich bekräftigte der Präsident seine Überzeugung, dass es ohne seine eigene harte Haltung gegenüber Nordkorea keine Gespräche zwischen den beiden koreanischen Staaten geben würde. "Wenn ich da nicht beteiligt wäre, würden sie gar nicht reden", sagte Trump, der sich kurz davor in einem Tweet mit Blick auf Zweifel an seiner mentalen Gesundheit als "sehr stabiles Genie" bezeichnet hatte.

Kim Jong Un verstehe, "dass ich nicht spaße", so der US-Präsident, der sich seit Monaten einen verbalen Schlagabtausch mit dem nordkoreanischen Diktator liefert. Den bisherigen Tiefpunkt markierte diese Woche die Aussage Trumps, er habe auf seinem Schreibtisch einen "viel größeren und mächtigeren" Atomwaffenknopf als Kim.

Kim will Eiskunstlauf-Paar zu Olympischen Spielen entsenden
Nordkorea wird nach den Worten seines Vertreters beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), Chang Ung, "wahrscheinlich" an den Winterspielen teilnehmen. Das sagte Chang laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag auf dem Flughafen in Peking. Chang habe offenbar vorgehabt, in die Schweiz weiterzufliegen, um mit dem IOC zu sprechen. Nordkorea werde wohl ein Eiskunstlauf-Paar entsenden, hieß es.

Zu den innerkoreanischen Gesprächen am Dienstag will Nordkorea eine fünfköpfige Delegation unter Leitung des Vorsitzenden des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes, Ri Son Gwon, entsenden, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium mitteilte. Das staatliche Komitee ist in Nordkorea für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig. Ri gilt als erfahrener Unterhändler, der sein Land schon bei früheren bilateralen Treffen vertreten hatte. In der Delegation wird auch ein Vertreter des Nationalen Olympischen Komitees sein. Südkorea schickt ebenfalls eine fünfköpfige Abordnung, die von Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon geleitet werden soll.

Die Gespräche kommen nach Entspannungssignalen Kims zustande. Er hatte in seiner Neujahrsrede am vergangenen Montag die Teilnahme seines Landes an den Winterspielen angeboten. Zugleich drohte er, die gesamten USA seien in Reichweite nordkoreanischer Langstreckenraketen.

Die Spannungen in der Region haben sich im vergangenen Jahr nach zahlreichen Raketentests Nordkoreas und einem weiteren Atomversuch deutlich verschärft. Trump und Kim überzogen sich gegenseitig mit Drohungen. Der Schlagabtausch hatte weltweit die schlimmsten Befürchtungen ausgelöst.

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