Die anlaufende Gemüseernte wäre ohne Erntehelfer aus dem Ausland nicht möglich. Kamen sie bis vor Kurzen aus Europa, werden diese unverzichtbaren Arbeitskräfte nun aus Asien eingeflogen. Es ist völlig unverständlich, dass zum Ernten von Radieschen Erntehelfer aus Vietnam oder Kambodscha erforderlich sind, wo in unserem Land eine hohe Zahl an Beschäftigungssuchenden vorhanden ist. Scheinbar betrachten wir es bereits als völlig normal, temporär benötigte Arbeitskräfte um die halbe Welt zu fliegen, damit diese unser Gemüse vom Feld holen. Kümmert es uns wirklich nicht, die Umwelt mit zusätzlichen Flügen zu belasten, diese Menschen mit geringen Löhnen zu beschäftigen oder, wie es immer wieder vorkommt, diese in unzumutbaren Unterkünften unterzubringen Die heimischen Gemüsebauern versorgen unser Land mit besten Produkten, die vom Konsumenten erwarteten niedrigen Preise können diese nur bieten, wenn die manuell aufwendige Ernte von billigen Arbeitskräften erledigt wird. Dies gelingt nur mit Arbeitskräften aus unterentwickelten Ländern bei geringer Entlohnung. Die bestehende Situation ist unmoralisch und heuchlerisch und sollte schleunigst geändert werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es unmöglich scheint, aus der hohen Zahl an inländischen Arbeitslosen nicht die benötigten Erntehelfer zu gewinnen. Das Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerium ist gefordert, diesem unwürdigen und beschämenden Arbeitskräftetourismus ein Ende zu bereiten.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Do, 18.4.2024
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