27.12.2007 15:55 |

Anden-Hit

100-Dollar-Laptop begeistert Kinder in Peru

Zum echten Hit hat sich der im Vorfeld vielkritisierte 100-Dollar-Laptop (der mittlerweile beinahe das Doppelte kostet) im peruanischen Dorf Arahuay entwickelt. Bereits vor einem halben Jahr haben dort 50 Volksschulkinder je ein Notebook erhalten, der Erfolg der Aktion gibt den Initiatoren Recht.

Arahuay ist ein Dorf in den Anden, isoliert von der Welt. Etwa die Hälfte der Erwachsenen kann weder lesen noch schreiben, fast jeder hier lebt von der Landwirtschaft. Und dennoch hat sich genau hier, mitten in Peru, eine kleine Revolution ereignet - in Form der 100-Dollar-Laptops des Projekts "One Laptop per Child" (Ein Laptop pro Kind).

Mehr Fotos der stolzen Laptop-Besitzer findest du in unserer Infobox!

Reporter der "Associated Press" besuchten das Dorf und staunten nicht schlecht: Die 50 Kinder, die bereits ein Notebook erhalten haben, nützen sämtliche Funktionen - von der eingebauten Kamera, die besonders beliebt ist, über den Internetzugang, die integrierte Bibliothek und das Zeichenprogramm. Bereits morgens steht der robuste Laptop auf staubigen Lehmböden und die kleinen Besitzer streiten sich mit ihren Geschwistern über die Benützung.

Laptops sollen marodes Schulsystem retten
Peru hat die größte Einzelbestellung aller Länder getätigt, über 272.000 Geräte wurden eingekauft. Sie werden an 9.000 Volksschulen im ganzen Land verteilt, die Lehrer werden vorher zweieinhalb Tage lang geschult. Die Laptops in vollem Umfang werden die meiste jedoch nicht nützen können, denn nur 4.000 Schulen werden über einen Internetzugang verfügen. Mit den Laptops will Peru das marode Schulsystem sanieren, das erst vor Kurzem bei einer Untersuchung des Weltwirtschaftsforums auf dem letzten Platz von 131 Ländern landete.

Mit den Erfolgen wachsen auch die Bedenken. So ist ein Kommunikationswissenschaftler der Meinung, die Schüler würden ihre Lehrer bald überflügeln. Als ernsteres Problem sehen viele Experten jedoch an, dass es keinen technischen Support für die Geräte gibt. Lehrer und Schüler müssen die Laptops im Notfall selbst reparieren.

Zahlreiche Zukunftsträume
Doch diese Probleme liegen noch in ferner Zukunft, sind die Laptops doch auf eine Benützungsdauer von fünf Jahren angelegt. Während viele Eltern der Technik kritisch gegenüber stehen, sind die Kinder hellauf begeistert und schmieden Zukunftspläne: "Einige erzählten mir, dass sie nicht wie ihre Eltern sein und auf den Feldern arbeiten wollen", berichtet etwa Lehrerin Eva Velasco. Stattdessen träumen sie von einem Job als Buchhalter, Rechtsanwalt oder Videofilmer.

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