25.11.2007 22:20 |

Niki Hosp patzt

Italienerin Denise Karbon gewinnt RTL vor Görgl

Sölden-Siegerin Denise Kabon hat am Samstag in 2:42,71 Minuten den Weltcup-Riesentorlauf in Panorama (British Columbia, Kanada) vor der Steirerin Elisabeth Görgl (+0,42 Sekunden) und ihrer Landsfrau, der Italienerin Manuela Mölgg (+0,51), gewonnen. Die Südtirolerin profitierte allerdings von einem groben Patzer von Nicole Hosp, die nach dem ersten Durchgang souverän in Führung gelegen war. Als zweitbeste ÖSV-Läuferin landete Marlies Schild auf dem vierten Platz (+0,57), die junge Tirolerin Eva-Maria Brem wurde hervorragende Fünfte (+0,85).

Die zur Halbzeit führende RTL-Weltmeisterin Nicole Hosp vermied im zweiten Durchgang nur knapp einen Ausfall und fiel dadurch auf Platz 16 zurück.

Österreichs Skidamen lieferten damit auch im dritten Saisonrennen eine tolle Leistung ab. Dass das Ländermatch mit den wiedererstarkten Italienerinnen - auf den ersten sechs Plätzen landeten nur Fahrerinnen aus Italien und Österreich - dennoch an die Azzurri-Damen ging, lag letztlich am fatalen Fehler von Hosp. Die Tirolerin ging mit dem Gewaltvorsprung von 1,05 Sekunden auf Karbon ins Finale, rutschte aber schon nach 20 Sekunden im Flachen aus. Karbon, Cousine von Peter Fill und Nichte des Chefs der Kastelruther Spatzen, führt damit auch im Gesamt-Weltcup vor Schild.

Hosp im 1. Durchgang eine Klasse für sich
Besonders bitter am Ausrutscher von Hosp war, dass die Bichlbacherin als eine von wenigen im viel schwierigeren, ersten Lauf noch souverän gewesen war. Während viele Damen auf der an sieben Stellen vereisten Piste strauchelten, fuhr Hosp da noch wie auf Schienen durch den aus reinem Kunstschnee bestehenden Marathon-Kurs mit 50 Richtungsänderungen und 53 Toren. Hosp war danach von sich selbst total überrascht gewesen. "Ich wollte schon abschwingen, weil ich mir vorgekommen bin wie der erste Mensch auf Skiern", hatte sie nach ihrer Bestzeit erfreut gescherzt.

Das Malheur passierte dann ausgerechnet auf dem Kurs, den ihr ÖSV-Trainer Stefan Bürgler wesentlich freundlicher gesetzt hatte. Auch deshalb war die Bichlbacherin ebenso total traurig wie ihr Cheftrainer Herbert Mandl. "Die Niki hätte nur runterfahren müssen. Das ist bitter, weil ihr so ein Innenlagen-Fehler normalerweise nie passiert."

Nur vier ÖSV-Läuferinnen im 2. Durchgang
Von den zehn gestarteten ÖSV-Damen schafften nur vier den Aufstieg ins 30er-Finale, mit allen durfte man aber mehr als zufrieden sein. Allen voran Görgl, die ihren ersten Weltcupsieg um 42/100 verpasste und über ihre beste RTL-Platzierung jubelte. "Ich bin so happy. Ich bin gefahren wie im Training. Danke an Steff, der den Lauf so schön gesetzt hat. Da war keine einzige glatte Stelle, da kann man gleich ganz anders attackieren", sagte die in Innsbruck lebende Steirerin.

Ungläubig den Kopf schüttelte auch Brem, die im Gegensatz zu ihrer höher eingestuften Landsfrau Stefanie Köhle als starke Zwölfte das Finale erreicht hatte. Im erst vierten Weltcup-Rennen holte die 19-jährige und nervenstarke Tirolerin dann gleich eine absolute Top-Platzierung. "Ich habe probiert, den Respekt zu übergehen und voll zu attackieren", sagte Brem.

Zettel enttäuscht: "Ich war die Testpilotin"
Die mit Schmerzmitteln gestartete Michaela Kirchgasser schied hingegen ebenso schon in Lauf eins ("Das hatte aber nichts mit meiner Verletzung zu tun, ich bin einfach weggerutscht") aus wie Kathrin Zettel, die als 43. den zweiten Lauf, über den sie in Sölden noch auf Platz drei gestürmt war, klar verpasste. "Ich war die Testpilotin, es war furchtbar", sagte die Niederösterreichern nach ihrer misslungenen Fahrt.

Alexandra Meissnitzer schied ebenfalls aus wie ihre Salzburger Landsfrau Andrea Fischbacher. "Schade, heute wären leichte Punkte zu holen gewesen", sagte Meissnitzer. Fischbacher riss es gleich nach dem Start die Stahlkante vom Ski. "Irgendwann habe ich es deshalb dann einfach gelassen."

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