15.11.2007 08:59 |

"Habe es erwartet"

O.J. Simpson wird angeklagt

Zwölf Jahre nach seinem umstrittenen Freispruch wird der ehemalige US-Footballstar O.J. Simpson wegen Raubes und Entführung angeklagt. Das teilte der Richter Joe Bonaventure nach einer viertägigen Voruntersuchung in Las Vegas im US-Staat Nevada mit. "Das habe ich erwartet", sagte der prominente ehemalige Sportler nach der Entscheidung. "Ich vertraue wie immer auf die Gerichte."

Mit Simpson müssen sich zwei mutmaßliche Komplizen wegen bewaffneten Raubes und Entführung vor Gericht verantworten. Allen drei Männern droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft. Drei weitere mutmaßliche Komplizen sagten nach einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft gegen Simpson aus.

Dem Ex-Footballstar wird vorgeworfen, am 13. September mit mehreren Komplizen das Zimmer zweier Fanartikel-Händler in einem Hotel in Las Vegas gestürmt und die Herausgabe persönlicher Erinnerungsstücke im Wert von 100.000 Dollar (68.027 Euro) gefordert zu haben. Der 60-Jährige gibt an, er habe nur Dinge zurückgefordert, die ihm zuvor gestohlen worden seien. Er wurde festgenommen und nach Zahlung einer Kaution am 20. September freigelassen.

Die Voruntersuchung sollte klären, ob die Beweise für eine formelle Anklage vor einem Geschworenengericht ausreichen. Der Richter wies Zweifel der Verteidigung an der Glaubwürdigkeit der Zeugen zurück. Darüber sollten die Geschworenen urteilen, sagte Bonaventure.

Live-Verfolgungsjagd
Simpson war im Juni 1994 mit einer beispiellosen Verfolgungsjagd in die US-Kriminalgeschichte eingegangen. Die Polizei von Los Angeles hatte ihm damals einen Tag Zeit gegeben, um sich zu stellen. Simpson wurde des Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und ihres Freundes Ron Goldman beschuldigt. Er fuhr mit einem Geländewagen davon, verfolgt von der Polizei und Fernsehteams, die live darüber berichteten.

Nach einem aufsehenerregenden Prozess wurde Simpson 1995 von der Doppelmord-Anklage freigesprochen. In einem Zivilprozess wurde er später jedoch für schuldig befunden und zu einer Entschädigungszahlung von 33,5 Millionen Dollar verurteilt.

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