11.10.2002 13:45 |

Motorsportchef

Interview mit Norbert Haug

Es ist zwar schön, wenn man Zweiter werden kann, aber unser Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Für uns gilt: Wir müssen in der Lage sein, um Siege zu fahren
Die DPA führte mit Norbert Haug, dem Motorsportchefvon Mercedes ein Gespräch:
 
dpa: Seit zwölf Jahren sind Sie Motorsportchefbei Mercedes. War das Ihre bisher schwierigste Formel-1-Saison?
 
Haug: "Wer lange im Sport aktiv ist, bekommt Erfahrungmit schwierigen Jahren. Das war nicht anders, ehe wir 1998 zumersten Mal Weltmeister geworden sind. Schon im vierten Jahr unsererPartnerschaft mit McLaren waren wir zum ersten Mal ganz oben undim fünften Jahr zum zweiten Mal. Dass dann ein Abschwungkommen kann, liegt im Wesen des Sports."
 
dpa: Trotzdem: Die Silberpfeile haben die Vize-Weltmeisterschaftin der Konstrukteurswertung an den Rivalen Williams-BMW verloren.In der Fahrerwertung gehören David Coulthard und Kimi Räikkönenvor dem letzten Rennen noch nicht einmal zu den Top vier. Zufriedenkönnen Sie da doch nicht sein."
 
Haug: "Die Punktabstände hinter den Ferrari-Fahrernsind minimal. Es ist zwar schön, wenn man Zweiter werdenkann, aber unser Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Füruns gilt: Wir müssen in der Lage sein, um Siege zu fahren.Das haben wir in diesem Jahr nur selten erreicht. Doch seit wirin Monaco gewonnen haben, hat nur Ferrari mehr Punkte gemachtals wir."
 
dpa: In der Formel 1 ist nach der Ferrari-Dominanzeine Regeldiskussion entbrannt. Was halten Sie davon?
 
Haug: "Wegen der Ferrari-Dominanz brauchen wir keineRegeländerung."
 
dpa: Glauben Sie wirklich, dass Sie die Ferrari-Dominanzim neuen Jahr brechen können?
 
Haug: "Wir haben die Weichen richtig gestellt. Wirschaffen die Wende, auch wenn Ferrari zwangsläufig 2003 dergroße Favorit ist. Unser Team hatte noch nie mehr Lust aufdie Formel 1 als jetzt."
 
dpa: Wie sehr geht die Formel 1 an die Substanz?
 
Haug: "Wenn man die Rechnung in Form von Renn-Siegenbekommt, fällt alles leichter. Wichtig ist, ob man sich selbstin seinem Job wiederfindet und sich selbst antreibt. Ab dem Moment,wo man getrieben wird, wird die Formel 1 überhart. Es istsehr wichtig, eine innere Ruhe zu haben, sie ist Basis fürErfolg und noch wichtiger bei Niederlagen."
 
dpa: Wie erklären Sie sich die Dominanz vonMichael Schumacher und Ferrari?
 
Haug: "Ferrari ist 1997, 1998 und 1999 drei Malhintereinander jeweils im letzten Rennen am Titel vorbeigeschrammt.Das hat das Team sicher sehr intensiv zusammengebracht - ganznach dem Motto: Jetzt erst recht. Ferrari hat eine sehr erfahreneTruppe, viele davon waren früher mit Michael Schumacher beiBenetton. Ferrari hat mit Michael Schumacher einen blendendenFahrer, Analytiker, Motivator und Antreiber. Ein weiterer Bausteinist der Reifen, der speziell für den Ferrari gebaut wird.Sie haben kein kompliziertes Auto. Es ist sicherlich eines derbesten Rennautos, das je gebaut worden ist. Wir hatten 1998 soeinen Wurf von Fahrzeug - und wir kriegen so einen Wurf wiederhin. Ganz bestimmt."
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