13.06.2007 14:18 |

Schlecht bezahlt

27 % der Schüler arbeiten während des Jahres

Bereits 27 Prozent der Schüler arbeiten während des Schuljahres, davon "erschreckende" 44 Prozent in einem rechtlichen Graubereich und das bei bescheidenem Lohn. Das ergab eine am Mittwoch präsentierte gemeinsame Studie der Arbeiterkammer (AK) und der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), die an 1.500 Wiener Schülern ab der zehnten Schulstufe durchgeführt wurde.

Hochgerechnet auf Österreich ergebe das 50.000 berufstätige Schüler "als unterste Grenze", meinte Johanna Ettl, stellvertretende Direktorin der AK Wien. Laut der Studie arbeiten von den berufstätigen Schülern 37 Prozent regelmäßig und 63 Prozent gelegentlich, die meisten (60 Prozent) am Wochenende, und zwar vorwiegend in der Gastronomie (31 Prozent) und im Verkauf (20 Prozent). 44 Prozent der berufstätigen Schüler arbeiten wöchentlich mehr als sechs Stunden.

Schülerinnen wiederum arbeiten "deutlich häufiger" und verdienen durchschnittlich weniger als die Burschen, denn diese arbeiten "überproportional" in den besser bezahlten Jobs. Bereits hier würde der Einstieg für Mädchen in atypische Arbeitsverhältnisse erfolgen, so Dwora Stein, Bundesgeschäftsführerin der GPA-Teilorganisation Druck, Journalismus und Papier.

Vor allem stoßen sich die Arbeitnehmervertreterinnen am "enormen Graubereich" der Arbeitsverhältnisse von Schülern. So waren 44 Prozent der befragten berufstätigen Schüler entweder nicht angemeldet oder kannten ihre Beschäftigungsform nicht. Damit sei dem arbeits- und sozialrechtlichen Missbrauch "Tür und Tor geöffnet" und wirke sich in einem bescheidenen Lohn aus, so Dwora Stein. Zwei Drittel der Schüler gaben an, zwischen fünf und zehn Euro Stundenlohn zu bekommen. Als hauptsächliche Motivation für ihre Berufstätigkeit gaben die Schüler an, eigenes Geld verdienen zu wollen (82 Prozent).

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