23.02.2007 15:30 |

Tiere gestohlen

Raubzug in Europas Zoos

Hunderte Tiere sind in den vergangenen Jahren aus europäischen Zoos gestohlen worden. Schildkröten, Alligatoren, Papageien und kleine Affen seien bei den Dieben besonders begehrt, berichtet das Magazin "National Geographic Deutschland". Der Großteil der seit 2003 rund 700 entwendeten Tiere ist nicht wieder gefunden worden. Viele davon werden vermutlich weltweit an Interessenten verkauft.

Im Wiener Zoo Schönbrunn ist von einem merkwürdigen Verschwinden der Tiergarten-Bewohner nichts bekannt. Von Diebstählen gefährdete Arten werden allerdings gut bewacht und durch Sicherheitsmaßnahmen wie Bewegungsmelder und Kameras geschützt, sagte Zoologe Herwig Pucher am Freitag.

Zu kämpfen habe man allerdings mit dem umgekehrten Problem: Unliebsam gewordene Haustiere oder vierbeinige Urlaubsmitbringsel werden im Zoo ausgesetzt. Kürzlich habe man zum Beispiel in der Singvogelanlage eine Gruppe Kanarienvögel vorgefunden. Im Wüstenhaus entdeckten die Pfleger eine Echse, die ein Tiergartenbesucher als Urlaubsmitbringsel aus der Türkei mitgenommen haben dürfte.

In Deutschland sind die Raubzüge allerdings bekannt: "Gott sei Dank gibt es Tierdiebstähle bei uns aber selten", sagte der Präsident des Verbandes deutscher Zoodirektoren, Bernhard Blaszkiewitz, am Freitag in Dresden. Aus dem Berliner Tierpark seien im vergangenen Jahr in einer Nacht sechs Käuze gestohlen worden, sagte Blaszkiewitz. Darüber hinaus erinnere er sich an drei Fälle bei Mitgliedern des Verbandes in den vergangenen fünf Jahren. Nur selten könnten die Diebstähle aufgeklärt werden.