M wie Sport

BMW X3 M40i: Der will nicht nur spielen

Motor
31.12.2017 06:00

Ja, so lieben wir das! Auch wenn BMW längst mit sparsamen, sauberen Motoren ("Efficient Dynamics") punktet, der Löwenanteil der verkauften Fahrzeuge ein X im Namen trägt (also ein SUV ist) und sie in München mittlerweile sogar frontgetriebene Familienkutschen im Programm haben: Grundsätzlich geht es ihnen dort schon um den Fahrspaß. Da ist es nur konsequent, dass der erste eingeführte Benziner des brandneuen BMW X3 eine Sportversion ist. Sein Name: M40i.

(Bild: kmm)

Bevor wir hier zu hohe Erwartungen wecken: Es ist kein X3 M, also kein kompromissloser Sportler der M GmbH (wie die bekannten X5 M oder X6 M), sondern "nur" das erste "M Performance"-Modell der Baureihe. Aber das ist dynamisch genug.

Unter der Haube steckt ein 360 PS starker Dreiliter-Turbo-Reihensechszylinder, der ab 1520/min. fette 500 Nm abdrückt. Im Sportmodus darf er aus der Klappenauspuffanlage herrlich herausrotzen, ohne jemals pubertär zu wirken. Der Sound reicht für eine dauernde leichte Grundspannung in den Muskeln der Nackenhärchen, die Power für einen Standardsprint in 4,8 Sekunden. Vollgas geben, abwarten, fertig, den Rest macht die serienmäßige Achtgangautomatik. Bei 250 km/h wird abgeregelt, sonst könnte der X3 dank des hervorragenden cW-Wertes von 0,29 noch weiter beschleunigen.

Mit 1810 Kilogramm DIN-Leergewicht (also ohne Fahrer) ist der BMW X3 M40i übrigens relativ leicht. Zum Vergleich: Der etwas schwächere Porsche Macan S bringt 55 kg mehr auf die Waage. Vielleicht ein Grund dafür, dass das Geräusch beim Zuschlagen der Türen weniger satt klingt als früher.

Das M-Sportfahrwerk ist Serie, optional sind die auch im Testwagen verbauten adaptiven Dämpfer, die eine schöne Bandbreite zwischen Komfort und Härte darstellen können. So pfeilt der X3 herrlich um die Kurven, unterstützt vom ebenfalls serienmäßigen Allradantrieb, der sich hier im M40i in Sachen Kraftverteilung mehr an der Hinterachse orientiert als in den zivilen Modellen. Kurven sind auch absolut das Metier der Lenkung. Bei Geradeausfahrt ist sie im Sportmodus jedoch eine Spur zu nervös.

Im Eco-Pro-Modus wird der X3 M40i fast schon lammfromm, die Automatik nutzt das bullige Motordrehmoment aus und lässt den Wagen vor allem segeln, wenn der Fahrer vom Gas geht. Ein gutes Gefühl, ohne Antrieb vor sich hin zu rollen. So lässt sich durchaus ein Verbrauch unter zehn Liter auf 100 Kilometer realisieren (Normverbrauch: 8,4 l/100 km), in der Regel wird man aber deutlich drüber liegen.

Das Pytonicblau metallic des Testwagen kostet gut einen 1000er extra, die M-Optik an sich ist in den 75.950 Euro hingegen schon dabei, inklusive 20-Zoll-Alus (Testwagen steht auf Winterreifen mit 19-Zoll-Felgen). Die M40i-Basis ist nicht "nackert", LED-Hauptscheinwerfer und auch sonst die wirklich wichtigen Dinge sind drin, werden dem normalen Kunden aber nicht reichen. Möglich ist so ziemlich alles, bis hin zu autonomen Fahrfunktionen und Assistenzsystemen, die man aus 5er und 7er kennt. Beim Testwagen stehen unterm Strich 100.422 Euro.

Der BMW X3 M40i will nicht nur spielen, sondern auch ganz brav seine Alltagsaufgaben erfüllen. So ist er also ein bisserl wild, aber nicht so spitz und heftig wie etwa ein Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio, dabei variabel und mit 550 bis 1600 Liter Kofferraum, außerdem mit seinem bewährten Allradantrieb ein unfehlbarer Klettermax. Und er macht Spaß, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen.

Warum?

  • Dezent sportlich
  • Starker Motor mit schönem Klang
  • Einziger X3 mit Sechszylinder-Benziner

Warum nicht?

  • Nicht jeder nimmt einen erwachsenen Autofahrer, dessen Fahrzeug ein M im Namen trägt, wirklich ernst.
  • Vorläufig noch kein Partikelfilter verfügbar

Oder vielleicht …

… doch den Sechszylinder-Diesel mit 265 PS und 620 Nm? Sonst ist mittlerweile auch der Vierzylinder-Benziner mit 252 PS verfügbar; der mit 184 PS folgt im Frühjahr.

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(Bild: kmm)



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