12.12.2017 16:44 |

Stift St. Peter

Göttliche Musik

Peter Peinstingl (29) ist der Stiftskapellmeister. Das Orchester besteht aus Künstlern der Camerata und des Mozarteums. Zur größeren Ehre des Herrn.

Von St. Peter zu St. Peter. Ein Wechsel von der ältesten Kirche Wiens nahe der Fußgängerzone Am Graben in das älteste Kloster im deutschen Sprachraum in Salzburg. Er hat sich sofort auf die Ausschreibung gemeldet und gleich erkannt, welchen Wert Dr. Erzabt Korbinian Birnbacher auf die Tradition der Musik legt. Und er war glücklich, als sie ihn in Salzburg engagiert haben.

"Kopf einziehen!" bittet uns der doppelte Magister, der gerade seinen 29. Geburtstag gefeiert hat, bei der Besichtigung: Stiftskapellmeister Peter Peinstingl kennt jede der Stufen in den schmalen Gängen, die zur Orgel führen.

Das ist von Vorteil: Er dirigiert den Chor der Mönche im Altarraum, wenn sie die alten lateinischen Choräle singen, und dann muss er in kürzester Zeit wieder oben bei der Orgel sein. Das wiederholt sich mehrmals in einer Stunde.

Aufgewachsen im Osttiroler Sillian, von Kind an Klavierspieler, durch das familiäre Zusammenleben im Ort berührten ihn die Messen in der Pfarre. Studium der Kirchenmusik, instrumental und gesanglich, in Wien.

Und dann der Tag, als Peter Peinstingl las, dass die Kirchenmusik-Stelle in Salzburg, hauptamtlich und mit Anstellung, ausgeschrieben wurde.

Er verstand die Intentionen des kunstsinnigen Erzabtes: Fundierte Kirchenmusik, das Pflegen der Musik-Kultur, nicht eine Art Konzert-Mit-Zelebrant sein, aber ein generelles Gesamtbild schaffen.

Wir sind oben. 100 Jahre alt ist die Orgel, der Stiftskapellmeister drückt die Tasten der komplizierten Mechanik und erklärt uns, dass so ein Instrument atmet.

Dreitausend Pfeifen.

Die Ventile öffnen sich, die Luft strömt.

Die Dimensionen merken wir, als Peter Peinstingl so richtig in die Tasten greift, wie der Volksmund sagt.

Alles vibriert. Ein gewaltiges Klangerlebnis.

Mozart natürlich und Michael Haydn ist ja hier beerdigt, offen für Neues sein.

Die Salzburger wissen es zu schätzen: Der feierliche Einzug mit dem Segen des Erzabtes, der Weihrauch, die packenden Predigten und natürlich die Musik.

Seine Solisten sind international, ist der Meister stolz. Zur Christmette um 23 Uhr ist die Missa brevis von Mozart vorgesehen.

Die emotionale Erfahrbarkeit von Musik setze häufig dort ein, wo Worte nichts oder zu wenig sagen.

Man solle sie wirken lassen, sich erfreuen und die ureigenste Bestimmung nicht vergessen: Zur größeren Ehre Gottes.

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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