Fr, 26. April 2019
04.12.2017 16:56

Krankenhaus

Roboter assistiert jetzt erstmals im OP-Saal

Es klingt futuristisch, ist aber schon Realität: Ein Roboter im OP-Saal! Er ersetzt den Chirurgen aber nicht, sondern hilft bei der komplexen Feinstarbeit direkt am Menschen. Jetzt wird auch im Landesklinikum das DaVinci-System eingesetzt. Die "Krone" durfte dem Roboter an der Urologie über die Schulter schauen.

Da Vinci ist kein menschengroßer Roboter-Arzt, sondern ein unscheinbarer, grauer Kasten mit Armen, der etwas abseits steht. Dort nimmt Prof. Lusuardi Platz. Zwischen dunkelgrünen OP-Stoffen und Instrumenten verbirgt sich ein Schicksal. Prostata-Krebs. Die Hoffnung, dass mit der Operation jetzt alles gut wird

DaVinci-System macht Eingriffe noch schonender
Die Ruhe im OP-Saal irritiert fast. Die Prostata muss mit Roboter-Hilfe komplett entfernt werden. Der Monitor überträgt, wie die Blase abgetrennt wird. Über zwei Bedienelemente steuert Prof. Lusuardi mit Daumen und Mittelfinger die Roboter-Arme, die im Körper des Patienten positioniert sind. DaVincis Arme sind viel beweglicher als die menschliche Hand. Mit sieben Freiheitsgraden kann er sich 540 Grad um die eigene Achse drehen. Und: "Das System nimmt auch das natürliche Zittern völlig weg", erklärt Dr. Michael Mitterberger von der Klinik für Urologie. Wem es an Vorstellungskraft fehlt: Sogar eine Traube kann damit geschält werden, erklärt Mitterberger die faszinierende Technik.

Der Operateur sitzt an der 3D-Kamera mit bis zu zehnfacher optischer und bis zu 40-facher digitaler Vergrößerung. Hochkonzentriert, es braucht viel Fingerfertigketi Auch das Nähen fällt mit DaVinci leichter. Ein bis zwei Millionen Euro teuer ist DaVinci, aber sein Geld wert, wie die Mediziner versichern. Es finden sich unter den Ärzten immer mehr Anhänger, anfängliche Skepsis verstummt. Die Erfahrungen überzeugen. "Die Heilung setzt schneller ein. Man schont gesundes Gewebe im Körper", so die Ärzte.

Wer mit Roboter-Hilfe operiert wurde, wird auch schneller wieder fit und kann früher nach Hause. Der Roboter neuester Generation spart im Spital Zeit, Geld und medizinisches Personal, wo ein Mangel droht. Das Operieren am DaVinci-Roboter kann von jungen Ärzten schneller erlernt werden, als die direkte Schlüssellochchirurgie. Auch Prof. Klaus Emmanuel von der Klinik für Chirurgie wird den neuen Roboter mit seinem Team nutzen. Von Speiseröhren-OPs bis zu Leber oder Bauchspeicheldrüse gibt es gute Erfahrungen. Mit der Einschulung in diese spezielle Technik nimmt es Prof. Emmanuel sehr ernst: "Es ist wie bei einem Führerschein. Wir nehmen freiwillig zusätzliche Fahrstunden."

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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