Di, 16. Oktober 2018

Wüste Attacken

29.11.2017 12:43

Konflikt in der Fanszene von RB Leipzig eskaliert

Das Image des "Familienvereins" bröckelt bei RB Leipzig. Grund dafür ist ein Konflikt in der Leipziger Fanszene, der sich gerade zuspitzt. Mittendrin stehen zwei Fanklubs, von denen einer vor einem Jahr noch gar nicht existierte.

Einst waren sie die friedlichsten Fangemeinschaft Deutschlands. Nun kommt es auch bei RB Leipzig zu wüsten Auseinandersetzungen im eigenen Fanblock. Beteilgt daran sind die beiden Fanklubs "Red Aces" und "L.E. United. Wie der Konflikt entstanden ist? Da scheiden sich die Geister. Fakt ist: Zwei Mitglieder vom Fanklub "Red Aces" wurden von Unbekannten verprügelt, einer erlitt einen Nasenbeinbruch.

Die Konfliktparteien sind politisch weit getrennt: Die 2011 entstandenen "Red Aces" sind laut "sportbuzzer.de" eher linksgerichtet und ultra-nah, wohingegen die 2017 gegründete Gruppierung "L.E.United" eine rechts bis rechtsoffene Gesinnung an den Tag legt. Seit dem Match gegen Hannover 96 sind Provokationen, Schuldzuweisungen und auch Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Fangruppen an der Tagesordung.

Hausverbot angedroht
Die "Aces" meinen die Täter in den Reihen der "LE.United"-Mitgliedern gefunden zu haben, auch "Spiegel Online" vertritt diese Ansicht. RB Leipzig hatte die mutmaßlichen Übeltäter abgemahnt: Im Wiederholungsfall drohe ein Hausverbot. Die Beschuldigten kündigten indes in einer Erklärung rechtliche Schritte an. Denn, sie sagen, sie hätten nichts mit der Attacke zu tun gehabt.

"Die Verletzungen seien nicht von United-Mitgliedern zugefügt worden", hieß es in ihrer Stellungnahme. Nein, sie gehen davon aus, dass es sich bei den Schlägern um gewaltbreite Hannover-Fans handelte. Doch dieser Reaktion schenken die "Aces" wenig Glauben.

Politische Motivation?
Die "Aces" warfen "L.E. United" "rassistische oder homophobe" Pöbeleien vor und vermuten, dass die Attacke politisch motiviert war und reinen Einschüchterungszweck hatte, um die Deutungshoheit in der Kurve zu übernehmen. Es soll sogar schon zu Racheaktionen in Leipzig gekommen sein, ausgeführt von teils vermummten jungen Männern. Die Gegenseite vertritt den Standpunkt: "Keine Politik im Stadion!" und fühlt sich in die rechte Ecke gedrängt.

"L.E. United" hatte sich nach den Übergriffen gegen RB-Anhänger in Dortmund formiert. Die Mitglieder tragen schwarze Fischerhüte, und schließen Gewalt zur Selbstverteidigung ausdrücklich nicht aus. RB Leipzig kündigte unterdessen an, auch in Zukunft alles dafür zu tun, dass die Heimspiele nicht für die politische Auseinandersetzung von linken und rechten Gruppen genutzt werden. "RB Leipzig wird konsequent gegen alle vorgehen, die andere beleidigen oder gar körperlich attackieren", erklärte ein Sprecher. Schließlich will der Klub weiterhin den Ruf des "Familienvereins" verteidigen.

Tamas Denes
Tamas Denes

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