Sa, 18. August 2018

"Krone"-Interview

27.11.2017 09:46

Anna Veith: "Generalverdacht finde ich nicht okay"

Die "Krone" besuchte Anna Veith in ihrem Trainingslager in Nakiska in Kanada: Die 28-Jährige spricht über ihr Weltcup-Comeback in Lake Louise in dieser Woche und über die Missbrauchsvorwürfe im Skiverband.

"Krone":Du hast dich früher auch sehr für Frauen-Angelegenheiten eingesetzt. Was denkst du über die jetzigen Probleme des Ski-Verbandes?
Anna Veith: Das, was ich damals gemacht habe, kann man mit dem jetzt natürlich nicht vergleichen. Das ist etwas ganz anderes. Aber ich habe jedoch großen Respekt vor denen, die mit ihren Schwierigkeiten an die Öffentlichkeit treten und darauf aufmerksam machen. Ich kann für mich aber nur sagen, dass es bei mir noch nie einen Vorfall in dieser Richtung gegeben hat.

Aber der Skiverband steht derzeit in einem schrägen Licht, oder?
Das finde ich auch. Einerseits ist es aber wichtig, dass man gewisse Themen anspricht. Und darüber nachzudenken beginnt. Andererseits ist es nicht richtig, dass ein Bild entsteht, als sei das bei uns im Ski-Lager generell so, und dass alle Trainer quasi unter Generalverdacht stehen. Aufklärung ja, aber das ist so nicht okay.

Themenwechsel: Wie groß ist die Vorfreude auf dein Comeback. Wie als Kind auf Weihnachten
Das ist schon anders. Was mir in den letzten Tagen unheimlich viel Spaß gemacht hat, dass man im Training wieder an allem feilt, an sich selbst, am Material, was probiert, ans Limit geht und spürt, dass alles wieder kommt. Das waren viele positive Dinge. Das Rennfahren ist dann der nächste Schritt.

Was vermisst man in der Pause am meisten?
Wenn eine Herausforderung groß ist, man sie dann überwinden kann - und im Ziel das Glücksgefühl so richtig genießen darf.

Die Erinnerung daran hat dir während der harten Rehab weitergeholfen?
Die Leidenschaft zum Skifahren. Ich habe mir immer vorgestellt, wie ich einen supergeilen Schwung fahre und die Fliehkräfte so richtig wirken.

Wie schwer fällt dir als frühere Siegfahrerin Geduld?
Heuer leichter als beim ersten Comeback. Da habe ich nicht akzeptiert, auf einem anderen Level zu sein. Auch wegen der Erwartungen von außen, da war schon enorm viel Druck. Jetzt habe ich meine Erfahrungen gemacht. Und das Gefühl, von mir erwartet keiner etwas.

Dein Ziel in Lake Louise?
Im Training hatte ich  gute Tage, viel fehlt nicht. Aber das ist eben dann ein Rennen - und viele Rennen bin ich zuletzt ja nicht gefahren.

Die Anna, die wir kennen, konnte im Rennen immer noch zulegen.
Diese Fähigkeit, diesen Biss, habe ich nicht verloren, glaube ich.

Georg Fraisl, Kronen Zeitung

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