Mi, 20. Juni 2018

Gericht

27.09.2017 15:46

Zwei Jahre Haft für Betrüger

Ein hünenhafter Angeklagter (27) saß vor Richter Albert Mandl im Salzburger Landesgericht. Schwerer, gewerbsmäßiger Betrug, Veruntreuung und fahrlässige Krida lastete Staatsanwältin Sabine Krünes ihm an. Firmen schädigte er, sogar eine Bank wollte er gründen. Er gestand und muss zwei Jahre absitzen. Rechtskräftig!

Der korpulente Lette mit kariertem Hemd und bubenhafter Frisur kam mit 18 Jahren nach Österreich, genauer ins Gasteinertal und gründete dort eine Firma. Das war 2010. "Ich wollte Immobilienmakler werden." Ihm ein blauäugiges Geschäftsverständnis zu unterstellen, wäre noch untertrieben: Eine ganze Reihe von Firmen schädigte der Mann über Jahre, selbst seine eigenen. Buch führte der unbescholtene zweifache Vater genauso wenig wie er Zahlungen leistete: Einmal bestellte er Design-Leistungen um 57.000 Euro, ohne zu zahlen. Ein anderes Mal leaste er einen 60.000-Euro-Range Rover und vertröstete das Autohaus. Später einen Van. Sogar eine Wasserquelle wollte er vermarkten, kaufte dafür 500.000 Flaschen - und war nicht mehr erreichbar. Der Hauptvorwurf klingt ähnlich fantasievoll: die Gründung einer Bank mit 1,75 Millionen Euro. Dabei erleichterte er einen Kasachen um 100.000 Euro, köderte diesen mit einem Manager-Posten samt Niederlassung im zentralasiatischen Staat. Alles in allem ging es um einen Schaden von 2,1 Millionen Euro - der Großteil im Versuch.

"Es tut mir leid", zeigte der Riese Reue. Er werde nie mehr wieder sich selbstständig machen und will den Schaden wiedergutmachen: als Auto-Vermieter in Portugal. Dorthin hatte er sich 2015 abgesetzt als ihn die Polizei suchte, so Krünes.

Heuer im April folgte die Festnahme. "Er ist kein guter Geschäftsmann, aber lassen sie ihn Geld verdienen damit er es zurückzahlen kann", baten die Verteidiger Nikolaus Rast und Kurt Jelinek um ein mildes Urteil. Zwei Jahre unbedingte Haft.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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