Mo, 25. Juni 2018

krone.tv-Livetalk

27.09.2017 11:54

Experte im Gespräch: "Wir sind analoge Weicheier!"

Kommunikationsexperte Robert Seeger, Sohn des gleichnamigen Ex-ORF-Kommentators, nimmt sich im krone.tv-Livetalk mit Moderator Gerhard Koller kein Blatt vor den Mund. Seeger erklärt im Interview, dass wir im direkten Gespräch oft "viel zu wenig Mut", im Internet aber "solche Cojones" hätten.

"Wir sind alle analoge Weicheier und digitale Hassposter", eröffnet Seeger das Gespräch gleich mit einer feurigen Aussage. Er spielt darauf an, dass man sich im direkten Gespräch mit einer anderen Person vieles nicht zu sagen traue, was man auf Facebook und Co. ohne Bedenken posten würde.

"Trump ist der Aufgeregteste von allen"
Seeger bekrittelt, dass vor allem Unternehmen oft "viel zu schnell springen", wenn sich ein Shitstorm ankündigt. "Wir sind alle immer sehr aufgeregt. Der US-Präsident ist der Aufgeregteste von allen." Der Experte erklärt, warum Donald Trumps Wahlkampf aus seiner Sicht erfolgreich war: "Es haben die Erfolg, die ein Profil haben, nicht die Aalglatten." Man brauche "Ecken und Kanten", so Seeger weiter. Trump war seiner Einschätzung nach deshalb erfolgreich, weil er den Menschen ein Bild in den Kopf gesetzt habe. "Er hat gesagt: 'Wir bauen eine Mauer' - das das prägt sich ein."

"Kurz führt sehr mutlosen Wahlkampf"
In Bezug auf die österreichischen Politiker und deren Wahlkampf fordert Seeger mehr Mut. "ÖVP-Chef Sebastian Kurz führt einen sehr mutlosen Wahlkampf", bekrittelt er. Man müsse es auch einmal aushalten, "nicht Everybody's Darling zu sein". "Wenn man nicht jemanden vor den Kopf stößt, kommt man auch in keinen Kopf hinein."

Kern "eine Spur zu intelligent"
Das Hauptproblem im Wahlkampf von Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern sieht Seeger darin, dass dieser "eine Spur zu intelligent" sei. Kern rede immer auf einer "Metaebene" über Politik. "Das freut mich und wahrscheinlich auch 0,5 Prozent der Zuschauer, aber für die breite Masse ist das zu abgehoben."

Allgemein fordert Seeger auch von den österreichischen Politikern, dass man den Wählern ein Bild in den Kopf setzt und nicht immer von "sozialer Gerechtigkeit" spricht. "Das kann man nicht angreifen - soziale Gerechtigkeit ist keine Wurstsemmel."

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger

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