Mi, 12. Dezember 2018

krone.at-Test

16.09.2017 06:00

Nest Cam IQ: Die noch smartere Überwachungskamera

Ein smartes Produkt noch smarter zu machen - das hat der seit 2014 zu Google gehörende Smart-Home-Spezialist Nest mit seiner neuen Kamera zur Innenraumüberwachung versucht. Ob das Vorhaben geglückt ist ist? krone.at hat die Nest Cam IQ getestet.

Ob die Nest Cam IQ tatsächlich intelligenter ist als die seit rund einem halben Jahr in Österreich erhältliche Nest Indoor Cam, lässt sich ihr zunächst nicht ansehen. Hübscher ist sie aber allemal: Verdiente die Indoor Cam noch das Prädikat "schnöde Webcam", nähert sich die Nest Cam IQ nun in puncto Design der bereits erhältlichen Outdoor Cam an und erstrahlt im weißen Polycarbonat-Gehäuse, das sich elegant in die Inneneinrichtung einfügt.

Vom Sockel, in dem das drei Meter lange USB-C-Kabel zur Stromversorgung dezent Platz findet, über das Kugelgelenk bis zum Kamerakopf - alles wirkt nicht nur solide verarbeitet, sondern insgesamt auch deutlich harmonischer als noch beim Vorgänger. Diskreter ist die 357 Gramm schwere Nest Cam IQ durch das neue Design allerdings nicht geworden. Kleiner auch nicht, was eine unauffällige Platzierung in Wohnzimmer & Co. mitunter erschweren könnte.

Einfaches Setup
Unverändert einfach und dementsprechend benutzerfreundlich geblieben ist dagegen das Setup: Über die offizielle Nest-App lässt sich die Kamera nach einer unkomplizierten und schnellen Registrierung durch Abfotografieren eines QR-Codes auf dem Gerät ins heimische WLAN hängen. Wie bei der Nest Cam Indoor braucht es dafür keine zusätzliche Hardware als Schnittstelle, die Kamera kommuniziert direkt mit dem Router, wobei neuerdings auch schnelles WLAN nach dem ac-Standard unterstützt wird.

Personen-Warnung
Einmal verbunden, offenbart sich schließlich der eigentliche "Intelligenzzuwachs" gegenüber der Indoor Cam: Die Nest Cam IQ zeigt nicht nur, was gerade passiert, sondern kann auch zwischen Personen und etwa Haustieren unterscheiden. Hat die Kamera eine Person entdeckt, zoomt sie - dank verbesserter Auflösung von acht gegenüber drei Megapixeln bei der Indoor Cam - bis zu zwölffach digital (Indoor Cam: achtfach Zoom) automatisch an diese heran und verfolgt deren Bewegung innerhalb des 130-Grad-Sichtfeldes. Zugleich geht eine entsprechende Benachrichtigung aufs Smartphone des Nutzers.

Wer den kostenpflichtigen Service Nest Aware abonniert, kann sogar personalisierte Warnungen dazu erhalten, wer sich gerade in seinem Zuhause aufhält: etwa ein Familienmitglied, der Hundesitter oder ein Unbekannter. Ist die Person bekannt, wird ihr Name angezeigt. Wie gut die Gesichtserkennung funktioniert, ist teilweise erschreckend: Im Test zoomte die Kamera beispielsweise auch auf Gesichter, die im Fernseher am anderen Ende des Raumes zu sehen waren (Screenshot unten).

Verbesserte Bild- und Audioqualität
Das funktioniert wie gehabt dank Infrarot-LEDs auch bei Nacht bzw. Dunkelheit im Raum, wobei die Bildqualität des Full-HD-Streams (30 Bilder pro Sekunde) vom gegenüber der Indoor Cam größeren Bildsensor profitiert (1/3-Zoll vs 1/2,5-Zoll). Zudem strahlen die Infrarot-LEDs im Vergleich zur Indoor Cam laut Hersteller nun doppelt so hell. Ebenfalls optimiert wurde die Audioqualität: Zur wechselseitigen Kommunikation über die Kamera stehen nun statt einem gleich drei Mikrofone zur Verfügung, zudem tönen die Lautsprecher (etwa zur Einschüchterung eines Einbrechers) deutlich - nämlich laut Nest sieben Mal - kraftvoller als noch bei der Indoor Cam.

Derlei Dinge machen sich denn auch im Preis bemerkbar: Mit einer UVP von 349 Euro kostet die Nest Cam IQ 150 Euro mehr als die nach wie vor im Sortiment erhältliche Indoor Cam.

Fazit: Gegenüber der Indoor Cam bietet die neue Nest Cam IQ - auch ohne kostenpflichtiges Aware-Abo - eine Reihe von Verbesserungen - nicht nur in puncto Design, sondern vor allem hinsichtlich Bild- /Video- und Audioqualität. Personen-Warnungen sowie das Heranzoomen bzw. Nachverfolgen von "Eindringlingen" sind weitere praktische Features. Ob diese den Aufpreis gegenüber der Indoor Cam rechtfertigen, hängt letzten Endes davon ab, welchen Stellenwert man dem Thema Sicherheit beimisst und ob man eine Smart-Home-Kamera lediglich zur Überwachung des Vierbeiners oder wirklich des Eigenheims benötigt.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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