Do, 13. Dezember 2018

Einigung erzielt

12.09.2017 08:48

Bizzarer Streit um Affen-Selfie ist beigelegt

Der langjährige Gerichtsstreit über die Urheberschaft des Affen "Naruto" an seinem Selfie ist mit einem Vergleich beigelegt worden. Laut der Tierrechtsorganisation PeTA einigte sich die Organisation mit dem britischen Naturfotografen David J. Slater nun außergerichtlich.

Der Streit drehte sich um die Urheberrechte an "Affen-Selfies", die der Makake "Naruto" auf der indonesischen Insel Sulawesi im Jahr 2011 aufgenommen hatte. "Naruto" drückte damals auf den Auslöser von Slaters Kamera. Im Jahr 2015 klagte PeTA im Namen des Affen auf die Rechte an den Bildern. Der Fall wurde in zweiter Instanz vor einem Gericht in San Francisco verhandelt, nachdem die Klage zunächst abgewiesen worden war.

Slater habe sich bereit erklärt, 25 Prozent seiner künftigen Einnahmen von den Selfie-Bildern gemeinnützigen Organisationen zu stiften, die sich für den Schutz von "Naruto" und seinen Artgenossen in Indonesien einsetzen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Dieser Gerichtsstreit hätte wichtige Fragen aufgeworfen, die rechtlichen Interessen von "nicht-menschlichen Tieren" auszubauen, teilten beide Parteien mit.

Fotograf wegen Streit finanziell ruiniert
Doch für Slater hatte der Prozess drastische Folgen, wie er sagt. Der Fotograf fürchtet um seine wirtschaftliche Existenz. Er sei infolge des Verfahrens emotional und finanziell abgebrannt. Für die Anwaltskosten habe er sich tief verschulden müssen. Einnahmen aus der Vermarktung der Bilder habe er kaum, sagt er. Grund dafür sei, dass eines seiner Fotos von der Online-Datenbank Wikimedia-Commons als urheberrechtsfrei geführt werde.

Die Stiftung argumentiert, das Bild sei im öffentlichen Besitz und könne frei verwendet werden, weil ein Affe sie gemacht habe. Die US-Behörde für Urheberrecht scheint diese Ansicht zu unterstützen. In einem Handbuch zum Copyright-Law heißt es ausdrücklich, ein Foto, das ein Affe gemacht habe, könne nicht urheberrechtlich geschützt werden.

Slater sieht sich um die Früchte seiner Arbeit gebracht. Er schätzt, dass seine Fotos bisher rund 50 Millionen Mal genutzt wurden.

 krone.at
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