08.11.2017 13:24 |

Drama am Wörthersee

Bootsunfall: Opfer geriet in Schiffsschraube

Nach dem tragischen Tod eines 44 Jahre alten Unternehmers aus Niederösterreich - der Mann war Anfang Juni am Wörthersee in Kärnten aus dem Boot gefallen, seine Leiche wurde einen Tag später aus 30 Metern Tiefe geborgen - gibt es nun neue Erkenntnisse. So ergab ein Gutachten, dass der über Bord gegangene Mann in die Schiffsschraube geraten war, also offenbar überfahren wurde und nicht ertrunken ist. Auf den Bootslenker, einen ebenfalls 44-Jährigen, kommt nun wohl ein Strafverfahren zu. Er hatte das Boot unter Alkoholeinfluss gesteuert. Ihm drohen im Fall einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.

Geklärt werden musste in dem Gutachten vor allem die Frage, ob das Opfer ertrunken ist. In der Aussendung der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch heißt es dazu wörtlich: "Als Todesursache wurden zweifelsfrei massivste, durch mehrfache heftigste, hiebartige, kantenmechanische Gewalteinwirkungen bewirkte Verletzungen des Gesichts- und Gehirnschädels mit Zertrümmerung der knöchernen Strukturen und der Weichteile objektiv festgestellt. Eine derartig massive Verletzung hat den sofortigen Tod und die sofortige Handlungsunfähigkeit der betroffenen Person zur Folge."

"Unfallfremde" Todesursache völlig ausgeschlossen
Eine "unfallfremde" Todesursache ist laut Obduktionsbericht völlig ausgeschlossen. Laut dem technischen Gutachten, das seit Ende Juni vorliegt, wies das Boot keinerlei technische Mängel auf.

Fünf Menschen hatten sich Anfang Juni an Bord des Motorbootes befunden. Am Steuer befand sich der 44-Jährige aus dem Waldviertel - er hatte zu diesem Zeitpunkt knapp 1,2 Promille Alkohol im Blut -, der laut Zeugen mit dem Boot einige scharfe Kurven fuhr, woraufhin das spätere Opfer, ebenfalls betrunken, über Bord ging.

Zeugen sprachen davon, dass das Boot danach rückwärts geführt wurde, wofür auch das Ergebnis der Obduktion spricht. Der 44 Jahre alte Beschuldigte spielte die von ihm gefahrenen Kurven laut Ermittlern in seiner Aussage herunter und gab auch an, gleichzeitig mit dem Gleichaltrigen über Bord gegangen zu sein.

Verfahren wegen grob fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung ein. Beschuldigter ist neben dem Niederösterreicher auch ein 32 Jahre alter Kärntner, der als Bootsführer dem 44-Jährigen das Steuer überlassen hatte. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).