15.04.2017 14:41 |

Weihfeuerträger

Kinder bringen einen rauchenden Ostergruß

Wenn morgens Rauchschwaden durch den Ort ziehen und viele Kinder von Haus zu Haus gehen, dann ist Karsamstag: Die "Steirerkrone" begleitete ein paar Weihfeuerträger in Wundschuh südlich von Graz, wo der Osterbrauch noch von vielen hochgehalten wird.

Es ist Ferienzeit, das Wetter eher ungemütlich, doch das sieht man den Kindern nicht an, die kurz vor 7 Uhr zur Pfarrkirche in Wundschuh strömen. Sie sind aufgeregt und scharren sich um ein kleines Feuer, das am Vorplatz lodert. Hinein halten sie mit getrockneten Baumschwämmen gefüllte Dosen, bis diese glosen und Rauch aufsteigt. Binnen weniger Minuten sieht man beinahe die renovierte Kirchenfassade nicht mehr…

Über diesen Andrang ist Diakon Wolfgang Garber hocherfreut: "Schön, dass dieser Brauch noch so gelebt wird." Garber nimmt eine kurze Segnung vor. "Ich hoffe, dass euch alle Türen aufgemacht werden", gibt er den Weihfeuerträgern noch mit auf den Weg, ehe diese in alle Himmelsrichtungen aufbrechen um den österlichen Segen in die Häuser zu bringen.

Die Türen werden freudig aufgemacht
Eine große Gruppe ist im Ortsteil Forst unterwegs: Valentina, Magdalena, Anna, Philipp, Florian, Marlene und Lorena. Während einige von ihnen zum ersten Mal dabei sind, ist Florian bereits Routinier - und ortskundiger Anführer. "Hier wohnt niemand", sagt er vor einem großen Haus. Und dass bei einigen Wohnungen niemand öffnet, weiß er aus den Vorjahren.

Doch zum Großteil werden die Türen freudig aufgemacht - wenn auch manchmal mit Verspätung: "Ich war grad unter der Dusche", lacht ein Mann. Auch einige Zugezogene, die den Brauch anfangs nicht kannten, öffnen mittlerweile gerne.

"Dann stinken wir ein wenig nach Rauch"
Die meisten Wundschuher lassen die Kinder ein wenig bei der Haustür "hineinrauchen", manchmal werden Schwammstücke in den Ofen geworfen. Eine freundliche Frau lädt die Besucher sogar in ihr Haus. "Das ist so ein schöner Brauch", sagt sie und verteilt Schokohasen.

Die Süßigkeiten und das Geld werden in Marlenes Rucksack gesammelt und am Ende gerecht aufgeteilt. Gut drei Stunden sind die Weihfeuerträger unterwegs, rechtzeitig zur Fleischweihe ist die Runde fertig. "Da stinken wir dann schon ein wenig nach Rauch", lacht Valentina. Doch das gehört zu Ostern einfach dazu…

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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