01.03.2017 15:00 |

The Wolverine

"Logan": Jackman zeigt noch einmal seine Krallen

Am Beginn der heute nicht mehr aufzuhaltenden Welle an Comicverfilmungen standen die "X-Men": Im Jahr 2000 brachte die Saga um Mutanten mit übermenschlichen Fähigkeiten Hugh Jackman den internationalen Durchbruch. Der verabschiedet sich nach zehn Auftritten als Wolverine ungemein kraftvoll und brutal vom Antihelden mit den Krallenhänden: Ab 2. März läuft "Logan" im Kino.

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Schon die ersten Filmminuten sind Indiz dafür, was einen in punkto Blutrünstigkeit erwartet. Als sich mexikanische Autodiebe an den Reifen seiner Limousine zu schaffen machen, wird Logan alias Wolverine aus seinem Schlaf geweckt. Die Truppe reagiert auf die ungewünschte Unterbrechung mit Pistolenschüssen - und ihm bleibt nichts anderes übrig, als die unliebsamen Eisenkrallen auszufahren und einen Kerl nach dem anderen zu zerfleischen. Nur unter großer Mühe presst Logan danach in einer verdreckten Tankstellentoilette die Geschoße aus dem vernarbten Körper, der sich kaum noch selbst zu heilen vermag.

Es ist das Jahr 2029, Mutanten sind weitgehend ausgelöscht und der knurrige, alternde Logan hat eigentlich mit seinem Leben abgeschlossen - blöd nur, dass er unsterblich ist. Also hängt er an der Flasche und verdient gutes Geld als Limousinenfahrer, um für die (illegal beschafften) Schmerzmittel für seinen 90-jährigen, von gefährlichen Krämpfen geplagten Mentor Charles Xavier alias Professor X (Patrick Stewart) aufzukommen. Gemeinsam mit dem Albino-Mutanten Caliban (Stephen Merchant) bewohnen sie ein abgelegenes Refugium an der mexikanischen Grenze.

Mit dem unauffälligen Dasein ist es vorbei, als die junge Mutantin Laura (Newcomerin Dafne Keen) bei ihnen Zuflucht sucht. Vom kaltblütigen Genetiker Zander Rice (Richard E. Grant) zur Kindersoldatin herangezüchtet und von dessen Cyborg-Schergen verfolgt, will das Mädchen, das erstaunlich ähnliche Kräfte wie Logan aufweist, an einen Ort namens Eden gelangen, wo junge Mutanten in Sicherheit sein sollen. Auf Charles' Drängen erklärt sich Logan bereit, die Reise anzutreten - und findet sich auf der gefährlichen Fahrt durch feindliche Territorien quer durch die USA fast in so einer Art Familie wieder...

"Die Welt ist nicht die, die sie mal war", sagt Logan eingangs, und in seinen Worten schwingt die Resignation mit, die viele im Jahr 2017 spüren. Regisseur James Mangold, der die Marvel-Figur schon im Ableger "Wolverine: Weg des Kriegers" (2013) als grantigen Eremiten inszeniert hat, bettet "Logan" fernab gängiger Superhelden-Optik mit Elementen aus Western-, Splatter-, Action- und Roadmovie in einer harschen, von Abschottung geprägten Dystopie ein. Dazu stellt er voraussagend eine Mauer an die Grenze der USA zu Mexiko und verhärtet auch andernorts die Fronten: zwischen Logan und der Welt, Wissenschaftern und Maschinen, kleinen Bauern und großen Genmaisproduzenten.

APA

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