"Keinen Sinn mehr"

Salafisten-Nähe kostet Ben-Hatira Job in Darmstadt

Sport
25.01.2017 18:23
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Fußball-Profi Änis Ben-Hatira und der deutsche Bundesligist Darmstadt 98 gehen ab sofort getrennte Wege. Diesen gemeinsamen Entschluss teilten die "Lilien" am Mittwoch mit. "Nach Analyse der Gesamtsituation macht eine weitere Zusammenarbeit für beide Seiten keinen Sinn mehr", erklärte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch in der Mitteilung mit Bezug auf Ben-Hatiras Engagement bei Ansaar International.

Die Organisation soll nach einem Bericht des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes "fest mit der deutschen Salafisten-Szene verwoben" sein. Darmstadt beurteile Ben-Hatiras privates humanitäres Hilfsengagement wegen der Organisation, der er sich dabei bedient, als falsch, erklärte Fritsch. Der Mittelfeldspieler habe sich im Verein aber "stets tadellos und vorbildlich" verhalten. Noch am Wochenende hatte Fritsch Ben Hatiras Engagement eine "private Aktivität" genannt.

Die Situation rund um den in Berlin geborenen tunesischen Nationalspieler hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Fans und Politiker hatten Ben Hatira scharf für sein Engagement kritisiert. Beim Heimspiel gegen Mönchengladbach wurde im Stadion ein Flugblatt verteilt, in dem ein Fan-Bündnis Ben-Hatira auffordert, sich von der Organisation zu distanzieren. Der wehrte sich stattdessen gegen die Vorwürfe: "Schämt ihr euch nicht für solche Aktionen? Denkt ihr wirklich, ich lasse mich dadurch einschüchtern?", schrieb er auf Facebook.

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