Fr, 16. November 2018

Schlechter Moslem?

02.10.2016 12:08

Streit in Asylunterkunft endete mit Nasenbruch

Heftige Auseinandersetzung in einer Asylwerberunterkunft in Steinbrunn. Im Zuge eines Streits brach ein Flüchtling einem Landsmann die Nase. Doch nachdem sich die Staatsanwaltschaft mit einer Anzeige auf freiem Fuß begnügt hatte, erschien der Gewalttäter erst gar nicht zu seiner Verhandlung in Eisenstadt.

Das Quartier in Steinbrunn ist für Polizisten ein bekannter Einsatzort. Schon wiederholt wurden sie wegen Gewaltdelikten dorthin geschickt und auch selbst Opfer von Morddrohungen. Dieses Mal jedoch eskalierte ein Streit unter zwei Irakern. Weil er Alkohol trank und rauchte, wurde ein Flüchtling (31) von einem Landsmann zur Rede gestellt: "Du bist ein schlechter Moslem, warum tust du das?" Als Antwort bekam der Kritiker einen so massiven Faustschlag ins Gesicht, dass er sich einen komplizierten Nasenbeinbruch zuzog. Die alarmierte Polizei trennte die Streithähne, die Rettung brachte den Verletzten ins Spital. Nun sollte sich der 31-jährige Täter vor Gericht verantworten. Doch den Prozess schwänzte der Iraker, schließlich hatte die Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft verzichtet. Richter Wolfgang Rauter verurteilte den Mann in Abwesenheit zu acht Monaten unbedingt. Kurios: Rund eine Stunde zu spät erschien plötzlich ein für dieses Verfahren geladener Zeuge. Über den Dolmetscher ließ er ausrichten, er habe den falschen Bus genommen und es deshalb nicht rechtzeitig geschafft . . .

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