Mi, 19. September 2018

Live in Wien

30.11.2015 12:45

Crazy Town: Die Rückkehr eines One-Hit-Wonders

Mit "Butterfly" führten sie im Jahr 2000 weltweit die Hitparaden an, doch das Ende kam jäh und ungemütlich. Seit einigen Jahren sind die einstigen Chartstürmer Crazy Town nun wieder im Geschäft und haben mit "The Brimstone Sluggers" sogar ein neues Studioalbum veröffentlicht. Von der Rückkehr eines One-Hit-Wonders.

Es war der perfekte Song zur perfekten Welle. Nu- und Rap-Metal waren rund um das Millennium angesagt wie nie zuvor und das Hollywood-Duo Crazy Town erwischte mit der Single "Butterfly" den idealen Zeitpunkt, um sich kurzzeitig in höchste Karrieresphären zu katapultieren. Mit einem Sample der Red Hot Chili Peppers ausgestattet, rappte der volltätowierte Frontmann Shifty Shellshock, der optische Coolness-Inbegriff der ausklingenden 90er-Jahre, über ein abstrus-fantastisches Video, um die Frauenwelt nachhaltig zu betören. Die Belohnung dafür war die Nummer-eins-Position in 15 verschiedenen Ländern, darunter auch in Österreich und - besonders prestigeträchtig - ihrer Heimat USA.

Jähes Ende
Doch noch radikaler als bei den einst ähnlich gehypten Papa Roach folgte ein drastischer Absturz. Kaum spielte man noch vor Tausenden Leuten auf Riesenveranstaltungen wie dem "Ozzfest", war man nur zwei Jahre später auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Von vielen als "Butterfly Boys" verlacht, waren Rapper Shifty und sein Partner, Kopf und Kompositeur Bret "Epic" Mazur, mit dem Erfolgsdruck schnell überfordert. Der 2003 erschienene Nachfolger "Darkhorse" war wesentlich rockiger angehaucht, bis auf die in einigen Ländern erfolgreiche Nummer "Drowning" erwies sich der Albumnachfolger aber als veritabler Flop, der Crazy Town schlussendlich die noch kurze Karriere kostete.

Eigentlich war das Ende nur als Auszeit geplant, diese dauerte dann aber länger, als man sich dachte. Schuld daran waren zwei Schicksalsschläge, von denen sich die Band nicht erholte. Bereits 2004 starb Gitarrist Rust Epique an einem Herzinfarkt und DJ AM, der schon auf den ersten beiden Alben für Samples und Turntable-Einsätze zuständig war, starb 2009 schließlich an einer Überdosis. Zwei Jahre, nachdem Crazy Town wieder zusammengefunden hatten und kurz vor dem geplanten Release des dritten Albums, das sich aufgrund des tragischen Vorfalls auf unbestimmt verschob.

Skandale sonder Zahl
Der Nachrichtenagentur Spot On News erzählte Epic von der Tragweite dieses Ereignisses: "Wir waren natürlich alle geschockt und ich fand einfach nicht, dass es danach die richtige Zeit für ein Album war, also habe ich es erst einmal gelassen." Doch nicht nur die Todesfälle machten Crazy Town bei ihrem Comebackversuch zu schaffen, auch Aushängeschild Shifty hatte mit sich und seinen Dämonen zu kämpfen. Drogenprobleme und Gerüchte um häusliche Gewalt begleiteten das letzte Jahrzehnt, die Kokainsucht trieb ihn sogar in die Reality-Rehabilitationsshows "Celebrity Rehab" und "Sober House", wo ihn die Öffentlichkeit beim Versuch clean zu werden, beobachten konnte - mit bekannten Namen wie Schauspielerin Brigitte Nielsen oder ex-Guns-N'-Roses-Drummer Steven Adler.

Bis das Comeback von Crazy Town nun wirklich in Fahrt kam, verging mehr als ein Jahrzehnt, doch im Sommer 2014 tourte die Band aus Hollywood bereits wieder durch Europa, beehrte zahlreiche Festivals und machte dabei auch beim Nova Rock Station, wo Shifty und Co. bei so manchem Fan für nostalgische Freudentränen sorgten. Im Spätsommer folgte mit dem Album "The Brimstone Sluggers" auch tatsächlich das lang erwartete dritte Album, ganze zwölf Jahre nach "Darkhorse". Musikalisch hat sich die völlig neu zusammengewürfelte Band wieder stärker auf Hip Hop fokussiert, ist Kollaborationen mit bekannten Rappern wie Madchild oder Bishop Lamont eingegangen und hat in einem Song auch DJ AM posthum gehuldigt. Zudem ist der Albumtitel gleichbedeutend mit dem ersten Bandnamen der Karriere von Shifty und Epic.

Live in Wien
Ob damit im Jahre 2015 noch große Sprünge möglich sind, wird sich für die wiedererstarkten Musiker im Laufe der nächsten Monate weisen, denn derzeit rütteln sie fleißig die Werbetrommel und wollen sich mit Liveshows wieder ins Gedächtnis des Publikums zurückbringen - weg von den Skandalen, wieder hin zu musikalischen Erfolgen. Dazu kreuzen sie am 3. Dezember auch die Bundeshauptstadt, wo sie im Viper Room ihre alten Hits und neuen Songs zum Besten geben werden. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

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