04.06.2015 17:57 |

Abzock-Mails

Gauner geben sich als Witwe von Jassir Arafat aus

Die Fantasie von Internet-Ganoven ist offenbar grenzenlos. Denn einigen Tirolern flatterten dieser Tage äußerst skurrile Fake-Mails ins Postfach. Angeblicher Absender: Die Frau des 2004 verstorbenen Palästinenserführers Jassir Arafat. Sie bittet darum, 22 Millionen Dollar (!) auf einem Bankkonto "parken" zu dürfen...

Die Nachricht klingt im ersten Moment verlockend. In einem fehlerhaften Deutsch fleht "Suha Tawil Arafat", Gattin des ehemaligen Anführers der Palästinenser, sage und schreibe 22 Millionen Dollar auf das Konto des Empfängers einzahlen zu dürfen. "Das Geld habe ich bei einem Finanzunternehmen in Europa, dessen Name ich vorerst nicht nennen will, hinterlegt", heißt es im Schreiben. Die mutmaßliche Absenderin wörtlich weiter: "Alle unsere Korrespondenz sollte strikt per E-Mail geführt werden, weil unsere Regierung alle meine Leitungen abgegriffen und überwachen alle meine Bewegung."

Gauner geben Ratschlag zum Geldausgeben

Wer auf den Deal eingeht, dem werden 30 Prozent der unfassbaren Summe versprochen. 6,6 Millionen Dollar würde man also geschenkt bekommen. Und die Gauner haben sich sogar Gedanken darüber gemacht, was so mancher Tiroler mit dem Geld machen könnte. "Sie könnten ein Haus kaufen oder ein Unternehmen gründen", so der durchaus realistische Ratschlag.

E-Mails wie diese, auch wenn sie dermaßen bizarr sind, dass jeder vernünftige Mensch sofort erkennt, dass es sich um eine Fälschung handelt, klingen oft sehr verlockend und wecken die Hoffnung auf viel Geld. Diese Hoffnungen versuchen auch Betrüger auszunutzen. An Kreativität mangelt es den Ganoven dabei nicht. "Das Geld könnte bald auf ihrem Konto sein", lautet der Schlusssatz der E-Mails.

Rat: Mails umgehend in den Papierkorb schieben

Solche Mails könnten deshalb gefährlich sein, weil man sich bereits mit dem Öffnen eine schadhafte Software auf den PC installiert haben könnte. Vor allem bei Anhängen und Links sollte man daher besondere Vorsicht walten lassen. "Generell nur dann elektronische Nachrichten öffnen, wenn man den Absender kennt", raten Experten. "Ansonsten umgehend im Papierkorb verschwinden lassen."

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