Fr, 17. August 2018

Bald Warnetiketten?

29.04.2015 18:15

EU startet Offensive gegen Alkoholmissbrauch

Das Europaparlament will den Kampf gegen Alkoholmissbrauch verstärken. Die EU-Kommission ist deshalb in einer am Mittwoch in Straßburg beschlossenen Entschließung aufgefordert worden, eine entsprechende Strategie vorzulegen. Den Abgeordneten geht es darum, Jugendliche und Schwangere vor dem Konsum von Schnaps & Co. zu warnen. Die dazu angedachten Warnetiketten sind allerdings umstritten. Auch der Kaloriengehalt soll ab 2016 angegeben werden.

Mit dem Entschließungsantrag startet die EU - nach dem Feldzug gegen die Raucher - eine groß angelegte Offensive gegen die Trinker. Ziel der neuen Strategie der Union gegen Alkoholmissbrauch soll es unter anderem sein, Jugendliche vom Alkoholkonsum abzuhalten. Alkoholbedingte Verkehrsunfälle sollen verringert werden. Nach Angaben der EU-Kommission stehen etwa 25 Prozent aller Todesfälle bei Männern zwischen 15 und 29 Jahren in Verbindung mit Alkohol.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben deshalb am Mittwoch in ihrem Entschließungsantrag gefordert, dass die EU-Kommission eine Kennzeichnung durch Warn-Etiketten für Schwangere und Autofahrer prüft. 2016 soll die EU-Behörde einen Gesetzesvorschlag machen. Außerdem sollen Verbraucher über Zutaten und Nährwerte in alkoholischen Getränken informiert werden. Besonders die Pläne zur Etikettierung waren umstritten.

Experte: "Nur hohe Preispolitik wirkt"
"Wer meint, dass sich jugendliche Komasäufer von Warnhinweisen abschrecken lassen, der täuscht sich. Nur hohe Preispolitik wirkt", kann der Arbeits- und Sozialmediziner Michael Kunze den geplanten Maßnahmen wenig abgewinnen. Die "Droge" Alkohol sei kulturell verankert, und der Staat schneide mit, so der Experte. ÖVP-Gesundheitssprecherin Elisabeth Köstinger warnte indessen: "Auf keinen Fall darf es zur Dämonisierung unserer jahrtausendealten Kultur der Wein- und Bierproduktion kommen. Winzer und Bierbrauer erhalten und entwickeln Tradition." Es gehe vielmehr um den Unterschied zwischen Missbrauch und Konsum.

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