Mo, 20. August 2018

Terror in Paris

15.01.2015 10:07

Komiker wegen Terrorismus-Verherrlichung verhaftet

Wegen einer Äußerung zu den islamistischen Anschlägen in Paris ist der umstrittene französische Komiker Dieudonne am Mittwoch in Paris in Polizeigewahrsam genommen worden. Wie ein Justizsprecher mitteilte, hatte die Pariser Staatsanwaltschaft bereits am Montag Ermittlungen wegen Verherrlichung des Terrorismus gegen den 48-Jährigen eingeleitet.

Der Komiker hatte den Solidaritätsspruch "Ich bin Charlie" für die ermordeten Mitarbeiter des Satireblatts "Charlie Hebdo", das am Dienstag die "Ausgabe der Überlebenden" veröffentlicht hat, abgewandelt. In Anspielung auf den Islamisten Amedy Coulibaly, der am Freitag in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Geiseln erschossen hatte, schrieb der für antisemitische Entgleisungen bekannte Komiker: "Ich fühle mich wie Charlie Coulibaly".

Zugleich machte er sich über die Massenkundgebungen in Frankreich lustig, bei denen an die vier Millionen Franzosen am Sonntag ihre Solidarität mit den Opfern der Anschläge bekundet hatten.

Fans des Komikers empört
Mitarbeiter des Komikers veröffentlichten Fotos von Polizisten, die den 48-Jährigen am Montag von seiner Wohnung abholten. Einer seiner Anwälte bezeichnete die Festnahme als "regelrecht skandalös". Zahlreiche Fans reagierten empört. Einer sprach von einer "selektiven Meinungsfreiheit", die nur für bestimmte Leute gelte.

Antisemitische Äußerungen
Der französisch-kamerunische Dieudonne M'bala M'bala ist bereits wegen antisemitischer Äußerungen verurteilt worden und muss sich am Donnerstag abermals vor Gericht verantworten. Dabei geht es um ein Video, in dem er die "Macht der jüdischen Lobby" kritisiert und die Freilassung eines jungen Muslims fordert, der 2006 in Paris einen jungen Juden als Geisel genommen, brutal gefoltert und getötet hatte.

Verherrlichung des Terrorismus
Bereits im September war gegen Dieudonne ein Ermittlungsverfahren wegen Verherrlichung des Terrorismus eingeleitet worden. Damals hatte er sich über das Enthaupten des US-Journalisten James Foley durch IS-Mitglieder lustig gemacht. Von Dieudonne stammt auch der "Quenelle"-Gruß, der an den Hitlergruß anspielt.

Für Verherrlichung des Terrorismus sieht das französische Strafgesetzbuch Haftstrafen bis zu sieben Jahren und Geldstrafen bis zu 100.000 Euro vor. Mehrere französische Städte haben nach der jüngsten Provokation des Komikers ein Verbot geplanter Auftritte gefordert. Bereits vor einem Jahr hatte der Franzose Auftrittsverbote erhalten.

Auch Ärger mit dem Finanzamt
Dieudonne, der sich gerne als ein gegen das "System" kämpfender Held darstellt, hat zudem Ärger mit dem Finanzamt, das ihm unter anderem Steuerbetrug vorwirft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.