Wartelisten gefordert

Entscheidet das Geld über schnelleren OP-Termin?

Oberösterreich
15.10.2026 15:00

Eine Patientenbefragung, die durch das Institut für Höhere Schulen durchgeführt wurde, bestätigt, dass Patienten angeboten wurde, die Wartedauer auf eine Operation zu verkürzen. Oberösterreichs AK-Chef Andreas Stangl spricht von Korruption und kritisiert fehlende Transparenz.

Das oö. Krangenastaltengesetz regelt, dass die Terminvergabe bei Operationen ausschließlich nach medizinischen Gesichtspunkten zu erfolgen hat. Ergebnisse einer IHS-Studie (Institut für Höhere Schulen) deuten aber darauf hin, dass auch der Besuch einer Privatordination oder private Zuzahlungen eine Rolle spielen. „Wer zahlt, kommt früher dran. Diese Vorreihungen gehören abgeschafft“, sagt AK-Chef Andreas Stangl, der dafür plädiert, dass Krankenhäuser Wartelisten führen sollen, damit jeder Patient einsehen kann, wie lange er in etwa auf einen Eingriff warten muss.

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Die Landespolitik muss für eine transparente Umsetzung des Wartelistenmanagements sorgen. Vorreihungen aus nicht-medizinischen Gründen  gehören unterbunden.

Forderung nach unabhängiger Beschwerdestelle
Zudem müsse ersichtlich sein, wie viele davon Sonderklasse-Patienten sind. „Diese Übersicht soll die tatsächlichen Wartezeiten nach Operationen, Standort, Fach sowie die Anzahl der vorgemerkten Patienten, inklusive Differenzierung nach Dringlichkeit, darstellen und monatlich aktualisiert werden“, so Stangl. Zudem fordert er eine unabhängige Beschwerdestelle, an die man sich bei Unregelmäßigkeiten von Wartezeiten wenden kann.

In der Studie wurden 810 Personen befragt, die in den letzten drei Jahren eine Operation in einem öffentlichen Krankenhaus oder Ordensspital hatten. 13,1 Prozent gaben an, dass ihnen ein Angebot unterbreitet wurde, die Wartezeit durch einen Besuch in einer Privatordination zu verkürzen. 6,1 Prozent nahmen das Angebot an. 9,1 Prozent wurde das Angebot unterbreitet, die Wartezeit durch eine private Zuzahlung zu verkürzen. „Das ist klar Korruption“, so Stangl.

Tilman Königswieser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding über die Vorwürfe der IHS-Studie: „Für mich ist das Verkaufen von OP-Terminen ein absolutes No-Go. Wenn dem so wäre, wird dem nachgegangen und es würde Konsequenzen geben.“

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