Fordert AfD-Verbot

Hape Kerkeling als deutscher Bundespräsident?

Außenpolitik
13.10.2026 20:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der nächste deutsche Bundespräsident wird am 30. Jänner kommenden Jahres gewählt. Wen wünschen sich die Bürger? Eine Petition schlägt den Schauspieler und Comedian Hape Kerkeling vor. 

Da der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, brodelt die Gerüchteküche, wer sein Nachfolger wird. Im Gespräch sind die amtierende Familienministerin Karin Prien (CDU) und die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU). Regelmäßig kursiert auch die Idee, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU)  könnte ihren Posten abgeben und stattdessen ins Schloss Bellevue ziehen. Allerdings werden auch Namen wie der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, genannt. Ein klarer Favorit scheint sich aber bis jetzt nicht abzuzeichnen.

155.000 Menschen unterschrieben bereits die Petition
Ein Name, der schon länger durch die deutschen Medien geistert, ist der homosexuelle Komiker und Schauspieler Hape Kerkeling. Vor fünf Monaten wurde im Internet eine Petition mit dem Titel „Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!“ gestartet. Seitdem haben rund 155.000 Menschen ihre Unterschrift abgegeben. Man wolle alle „Spitzenvertreter der demokratischen Parteien“ aufrufen, Kerkeling „als gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten“ zu nominieren. Der 61-Jährige sei „eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet“.

Hape Kerkeling ist ein bekannter deutscher Komiker, Schauspieler und Autor, der vor allem für ...
Hape Kerkeling ist ein bekannter deutscher Komiker, Schauspieler und Autor, der vor allem für seine legendären Parodien und Kunstfiguren wie Königin Beatrix und Horst Schlämmer berühmt ist.(Bild: ARD)

Mitte Juni urteilte auch t-online-Chefredakteur Florian Harms, Kerkeling sei eine gute Wahl: „Dass nichts dagegenspricht, einen Komiker ins höchste Staatsamt zu wählen, beweist die Ukraine, wo der einstige Fernsehclown Wolodymyr Selenskyj zu einem großen Staatsmann gereift ist.“

Kerkeling „gerührt“
Kerkeling, der Mann mit den berühmten Königin-Beatrix- oder Horst-Schlämmer-Sketchen, zeigte sich gerührt über die Petition gezeigt. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ sagte der 61-Jährige, die Idee, eine queere Person zum Staatsoberhaupt zu machen, wolle er nicht unterbinden. Zwar werde die Petition wohl keinen Erfolg haben, könne aber eine Diskussion anstoßen, die der freien Gesellschaft guttue.

Wahl des deutschen Bundespräsidenten

  • Während das Staatsoberhaupt in anderen Ländern zum Teil per Direktwahl bestimmt wird, bildet sich in Deutschland die Bundesversammlung aus den 630 Abgeordneten des Bundestags und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die zuvor von den Volksvertretungen der 16 Bundesländer gewählt werden. Die Bundesversammlung wird von der Präsidentin des Bundestages einberufen.
  • Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestag besitzt und mindestens 40 Jahre alt ist. Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestag besitzt und mindestens 40 Jahre alt ist. Jedes Mitglied der Bundesversammlung kann Wahlvorschläge einreichen.
  • Die Vertreter der Bundesländer werden von den Landtagen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Wie viele Delegierte jedes Land in die Bundesversammlung entsenden darf, hängt von den jeweiligen Bevölkerungszahlen ab. Das Besondere: Die Vertreter müssen nicht Landtagsabgeordnete sein oder in den Bundesländern wohnen. Deshalb werden von den Parteien immer auch eine Reihe von prominenten Persönlichkeiten zur Wahl gestellt.
  • Die Wahl erfolgt geheim mit verdeckten Stimmzetteln. Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder der Bundesversammlung erhält. Wird diese Mehrheit in zwei Wahlgängen von keinem Bewerber erreicht, so ist gewählt, wer im dritten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Es gibt also immer ein Ergebnis.

Kein klares Dementi
Ein Interesse an dem Amt wies Kerkeling nicht ausdrücklich zurück. Zugleich verwies er auf die Bedeutung der CDU: Ohne sie gehe es nicht, sagte er. Die Partei werde aber jemanden nach ihren Vorstellungen auswählen. Er hoffe, dass die Wahl auf die richtige Frau falle.

Kerkeling als AfD-Experte bei Hearing
Kerkeling, der auch als Autor tätig ist, äußert sich immer wieder auch politisch. Zuletzt nahm er an einer Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren teil. Im „Spiegel“ sprach er sich eindringlich für ein Verbot der Partei aus. Zugleich nahm er die Wähler in die Verantwortung: „Wer Rechtsextremisten wählt, will keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heißt. Wer will, dass die Löwen in die Arena kommen, der will auch Blut sehen.“

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