Der nächste deutsche Bundespräsident wird am 30. Jänner kommenden Jahres gewählt. Wen wünschen sich die Bürger? Eine Petition schlägt den Schauspieler und Comedian Hape Kerkeling vor.
Da der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, brodelt die Gerüchteküche, wer sein Nachfolger wird. Im Gespräch sind die amtierende Familienministerin Karin Prien (CDU) und die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU). Regelmäßig kursiert auch die Idee, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) könnte ihren Posten abgeben und stattdessen ins Schloss Bellevue ziehen. Allerdings werden auch Namen wie der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, genannt. Ein klarer Favorit scheint sich aber bis jetzt nicht abzuzeichnen.
155.000 Menschen unterschrieben bereits die Petition
Ein Name, der schon länger durch die deutschen Medien geistert, ist der homosexuelle Komiker und Schauspieler Hape Kerkeling. Vor fünf Monaten wurde im Internet eine Petition mit dem Titel „Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!“ gestartet. Seitdem haben rund 155.000 Menschen ihre Unterschrift abgegeben. Man wolle alle „Spitzenvertreter der demokratischen Parteien“ aufrufen, Kerkeling „als gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten“ zu nominieren. Der 61-Jährige sei „eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet“.
Mitte Juni urteilte auch t-online-Chefredakteur Florian Harms, Kerkeling sei eine gute Wahl: „Dass nichts dagegenspricht, einen Komiker ins höchste Staatsamt zu wählen, beweist die Ukraine, wo der einstige Fernsehclown Wolodymyr Selenskyj zu einem großen Staatsmann gereift ist.“
Kerkeling „gerührt“
Kerkeling, der Mann mit den berühmten Königin-Beatrix- oder Horst-Schlämmer-Sketchen, zeigte sich gerührt über die Petition gezeigt. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ sagte der 61-Jährige, die Idee, eine queere Person zum Staatsoberhaupt zu machen, wolle er nicht unterbinden. Zwar werde die Petition wohl keinen Erfolg haben, könne aber eine Diskussion anstoßen, die der freien Gesellschaft guttue.
Kein klares Dementi
Ein Interesse an dem Amt wies Kerkeling nicht ausdrücklich zurück. Zugleich verwies er auf die Bedeutung der CDU: Ohne sie gehe es nicht, sagte er. Die Partei werde aber jemanden nach ihren Vorstellungen auswählen. Er hoffe, dass die Wahl auf die richtige Frau falle.
Kerkeling als AfD-Experte bei Hearing
Kerkeling, der auch als Autor tätig ist, äußert sich immer wieder auch politisch. Zuletzt nahm er an einer Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren teil. Im „Spiegel“ sprach er sich eindringlich für ein Verbot der Partei aus. Zugleich nahm er die Wähler in die Verantwortung: „Wer Rechtsextremisten wählt, will keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heißt. Wer will, dass die Löwen in die Arena kommen, der will auch Blut sehen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.