Emotionales Duell

Westderby: Ein Ferkel und weitere Aufreger

Am Freitag kommt es in der 2. Liga zum ersten Westderby zwischen Wacker Innsbruck und der Salzburger Austria seit mehr als zehn Jahren. Im Duell ist gehörig Pfeffer drinnen, das war aber nicht immer so. Das hochemotionale Aufeinandertreffen hat schon viele Geschichten geschrieben. 

Wacker Innsbruck gegen Austria Salzburg – beim Westderby schnalzen die Fans mit der Zunge. Bei den Behörden herrscht große Anspannung: Schon die Fanmärsche der Lager vor dem ersten Duell seit 2016 am Freitag (20.30, live auf ORF Sport+) in Tirols Hauptstadt versetzen die Polizei in Alarmbereitschaft. Beide Gruppen starten im Zentrum nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Bilder der Freundschaft heute undenkbar
Die Sorge vor dem Krach gab es aber nicht immer. Einst verstanden sich Teile beider Fanlager als „Westfront“ gegen die Wiener Großklubs. Sogar Aufnäher soll es als Zeichen der Verbindung gegeben haben. 1977 überließen die Violetten den Grün-Schwarzen ihr Lehener Stadion, damit Wacker im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister gegen Celtic Glasgow antreten konnte. Zeitzeugen erinnern sich zudem an gemeinsame Feiern im Müllner Bräu. Heutzutage alles undenkbar!

Ende August 2015 ging das Westderby als Geisterspiel in Schwanenstadt über die Bühne.
Ende August 2015 ging das Westderby als Geisterspiel in Schwanenstadt über die Bühne.(Bild: Andreas Tröster)

Ferkel am Feld, Fans im Wald
Anfang der 1990er-Jahre gab es erste Risse. Die Austria wurde sportlich immer gefährlicher für die Tiroler. So wuchs auch die Rivalität zwischen den Anhängern, die von Freunden zu Feinden wurden. Die Aufreger häuften sich. Einen Höhepunkt erreichte die Rivalität, als 2003 ein Ferkel am Tivoli mit einem violetten Schal über das Feld Richtung Gäste-Sektor lief. Wacker-Fans hatten das Tier über Nacht im Stadion eingesperrt.

Kurios war auch das Wiedersehen Ende August 2015, fast zehn Jahre nach der violetten Wiedergeburt. Das Duell war als Geisterspiel in Schwanenstadt geplant. Die Anhänger pfiffen aber auf die Ansage ihrer Vereine, das Spiel daheim vor dem Fernseher zu verfolgen. 1500 Austrianer sahen zwar nicht auf das Spielfeld, feuerten ihre Mannschaft aber von einem angrenzenden Waldstück aus an. Diesmal kommen rund 16.000 Menschen zur besten Sendezeit ins längst ausverkaufte Stadion. Da schnalzt auch die 2. Liga mit der Zunge.

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