„MS Charles Dickens“

Meine Fluss-Reise von Amsterdam nach Trier

Reisen & Urlaub
12.02.2026 13:00

Die Route der „MS Charles Dickens“ führt vorbei an mittelalterlichen Festungen, römischen Städten und gewachsenen Orten, die ihre Geschichte nicht ausstellen, sondern sie noch bis heute tragen.

Es ist später Nachmittag in Amsterdam, als die „MS Charles Dickens“ ablegt. Kaum lösen sich die Leinen, beginnt eine Reise durch zwei der geschichtsträchtigsten Flusslandschaften Europas. Rhein und Mosel – jahrtausendealte Verkehrsadern, die Metropolen, Weinregionen und Machtzentren miteinander verbinden. Mit jedem Kilometer flussaufwärts verdichtet sich Geschichte.

Amsterdam prägen Grachten und Giebelhäuser.
Amsterdam prägen Grachten und Giebelhäuser.(Bild: adisa - stock.adobe.com)

Der Rhein zählt seit der Römerzeit zu den zentralen Achsen Europas, und zwischen Köln und Koblenz liegen sie offen am Ufer. Burgen auf den Höhen, Weinberge an den Hängen, Städte dazwischen – Schicht über Schicht.

Die „MS Charles Dickens“, rund 110 Meter lang, ist als klassisches Flusskreuzfahrtschiff ...
Die „MS Charles Dickens“, rund 110 Meter lang, ist als klassisches Flusskreuzfahrtschiff konzipiert.(Bild: GTA Touristik)
Komfortable Kabinen und Whirlpool an Deck lassen keine Wünsche offen.
Komfortable Kabinen und Whirlpool an Deck lassen keine Wünsche offen.(Bild: GTA Touristik)
(Bild: GTA Touristik)

Zwischen Burgenblick und Grossstadtflair
Die erste Anlegestelle führt nach Düsseldorf. Hier zeigt sich der Rhein noch als Großstadtfluss. Promenaden, Brücken, Pendlerverkehr. Die Stadt liegt dicht am Wasser, nutzt es, beherrscht es. Erst südlich davon verändert sich der Ton. Die Ufer rücken näher, die Landschaft übernimmt die Führung. Hier wird der Rhein langsamer – und die Reise bekommt ihr eigentliches Flair.

Hoch über Braubach liegt die Marksburg, die einzige Höhenburg am Rhein, die nie zerstört wurde. Weiter flussaufwärts folgen bei St. Goarshausen Burg Katz und gegenüber Burg Maus – zwei mittelalterliche Befestigungen, errichtet zur Kontrolle von Zoll und Schifffahrt. In der Flussmitte bei Kaub steht schließlich die Pfalzgrafenstein, eine Zollburg auf einer Insel, gebaut im 14. Jahrhundert, um vorbeifahrende Schiffe zur Kasse zu bitten.

Der Kölner Dom ragt über die Ufer des Rheins.
Der Kölner Dom ragt über die Ufer des Rheins.(Bild: engel.ac - stock.adobe.com)

Kurz darauf macht das Schiff in Koblenz fest. Dort, wo der Rhein einen Moment innehält, mündet die Mosel ein. Markiert wird dieses Deutsche Eck vom Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., hoch darüber spannt sich die Festung Ehrenbreitstein über das Tal. In den Gasthäusern der Altstadt dominiert vor allem regionale Küche. Debbekoche, ein Kartoffelauflauf, ist hier keine Spezialität, sondern Selbstverständlichkeit.

INFO

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE

INFOS und ANGEBOT
GTA Touristik, www.gta.at, 01/729 66 66 55

Amsterdam nach Köln
17.5.-23.5.2026, 2.10.-8.10.2026
Amsterdam, Düsseldorf, Koblenz, Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Trier, Ausflug Luxemburg, Beilstein, Cochem, Köln

Köln nach Amsterdam
23.5.-29.5.2026, 8.10.-14.10.2026
Köln, Koblenz, Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Trier, Ausflug Luxemburg, Beilstein, Cochem, Düsseldorf, Amsterdam

Angebote ab 1199 € p. P. An-/Abreisepakete ab 450 € p. P. (inkl. Flug, Transfers und Gepäck)

AUSFLUGSPAKET
279 € p. P. (im Voraus buchbar)

Mit der Einfahrt in die Mosel ändert sich der Charakter der Route grundlegend. Der Fluss ist deutlich schmaler als der Rhein, die Hänge steigen steil an, der verfügbare Siedlungsraum wird knapp. Diese Topografie begünstigte seit der Antike den Weinbau. Bereits zur Römerzeit wurden entlang der Mosel systematisch Rebanlagen angelegt, vor allem auf Schieferböden, die Wärme speichern und für die Region prägend sind.

Wo die Mosel ihr schönstes Gesicht zeigt
In Traben-Trarbach legt das Schiff in einer Stadt an, die um 1900 ein internationales Handelszentrum war. Neben dem Weinhandel spielten Banken, Speditionen und Zollwesen eine zentrale Rolle. Der wirtschaftliche Aufschwung dieser Zeit zeigt sich bis heute in repräsentativen Jugendstilbauten, Verwaltungsgebäuden und Lagerhäusern. Unterirdische Kelleranlagen dienten nicht nur der Lagerung, sondern auch der sicheren Abwicklung von Exportgeschäften.

Fachwerkhäuser prägen das Zentrum von Bernkastel-Kues.
Fachwerkhäuser prägen das Zentrum von Bernkastel-Kues.(Bild: foto-select - stock.adobe.com)

Auch Bernkastel-Kues entwickelte sich als Markt- und Verwaltungsort für die umliegenden Moseldörfer. Der Marktplatz mit dichtem Fachwerk stammt überwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Oberhalb der Stadt liegt die Burg Landshut, im 13. Jahrhundert als Machtzentrum der Trierer Erzbischöfe errichtet. Von hier aus wurden Zölle erhoben, wurde Recht gesprochen und der Verkehr auf der Mosel kontrolliert.

Römisches Erbe zwischen Mauern und Mosel
In Trier legt das Schiff an in einer Stadt, die 16 v. Chr. als Augusta Treverorum gegründet wurde und zeitweise Kaiserresidenz des Römischen Reiches war. Keine gewachsene Kleinstadt, sondern ein bewusst geplantes römisches Zentrum. Als Augusta Treverorum war Trier Verwaltungssitz, Militärstandort und später Kaiserstadt. Die Porta Nigra markierte den nördlichen Zugang zur Stadt, die Kaiserthermen waren Teil eines groß angelegten urbanen Versorgungssystems. Noch heute folgt der Stadtgrundriss römischen Linien. Regionaltypisch ist der Viez, ein Apfelwein, der die Rolle des Weins im Alltag oft ersetzt.

Römische Architektur in Trier – hier die Porta Nigra.
Römische Architektur in Trier – hier die Porta Nigra.(Bild: tichr – stock.adobe.com)

Beilstein zeigt das Gegenteil: kein Ausbau, kein Wachstum, keine Überformung. Der Ort blieb klein, weil ihm die Fläche fehlte. Die dichte Bebauung entstand aus Notwendigkeit, nicht aus Planung. Die Burg Metternich über dem Ort hatte vor allem Schutzfunktion, nicht Repräsentation. Beilstein bewahrte sein Erscheinungsbild gerade deshalb, weil es wirtschaftlich nie expandierte.

Über Beilstein erhebt sich die Burgruine Metternich.
Über Beilstein erhebt sich die Burgruine Metternich.(Bild: Jürgen Humbert - stock.adobe.com)

Cochem ist der Punkt, an dem sich Geschichte neu inszeniert. Die Reichsburg Cochem wurde im Mittelalter zerstört und im 19. Jahrhundert bewusst wieder aufgebaut – nicht als Festung, sondern als romantisches Symbol. Die Stadt entwickelte sich parallel zur Burg zu einem frühen Reiseziel.

Hoch über Cochem wacht die Reichsburg.
Hoch über Cochem wacht die Reichsburg.(Bild: SCStock - stock.adobe.com)

Heute ist Cochem weniger historisches Dokument als funktionierender Besucherort, in dem Altstadt, Schifffahrt und Aussicht ineinandergreifen. In der Stadt gehört ein Stück Apfelstrudel oder ein Glas Moselriesling dazu – unkompliziert und lokal verankert.

Redakteur Ed Ricker macht sich selbst ein Bild von den schönen Eindrücken in Cochem.
Redakteur Ed Ricker macht sich selbst ein Bild von den schönen Eindrücken in Cochem.(Bild: Ed Ricker)

In Köln endet die Reise durch die Jahrtausende, die sich nicht in Absätze pressen lassen. Rhein und Mosel funktionieren nicht über Zahlen und Daten, sondern durch Erleben: vom Deck aus, beim Anlegen, beim Fahren. Klar wird: Wer tief eintauchen will, muss langsamer werden.

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