„Sportkrone“-Interview

Paris: Olympia, Trauer und mögliches Karriereende?

Ski Alpin
22.01.2026 05:25

Dominik Paris ist nicht nur aufgrund seiner Erfolge zu einer Kultfigur im Skizirkus geworden. Der Routinier ist auch für seine klare Kante bekannt. Bei den anstehenden Winterspielen möchte der Routinier in Bormio nochmal nach Edelmetall greifen – immerhin hat er auf der Olympia-Strecke mehr Erfolge gefeiert als alle anderen. Zuletzt machten aber Sorgen die Runde, dass anhaltende Schmerzen dieses Unterfangen torpedieren könnten. „Es wird von Tag zu Tag besser“, gibt der Südtiroler im Sportkrone-Interview nun Entwarnung. Auch das anstehende Wochenende in Kitzbühel, der tragische Verlust eines Teamkollegen und ein mögliches Karriereende waren Themen.

„Sportkrone.at“: Dominik, wie zufrieden bist du mit dem aktuellen Verlauf der Saison?
Dominik Paris: Mit dem Start in die Saison bin ich eigentlich sehr zufrieden. Da sind auch viele gute Platzierungen dabei. Allen voran der Platz am Podium in Gröden. Doch es gab dann auch einzelne Rennen, wo eine Kleinigkeit gefehlt hat, um öfter am Podium zu stehen. Das ärgert mich natürlich. Deshalb muss ich jetzt nochmal einen Gang raufschalten! 

In Kitzbühel fühlst du dich ja traditionell wohl, mit welchen Gefühlen startest du in das Wochenende?
Es sind durchwegs positive Gefühle, die ich vor den Rennen in Kitzbühel habe. Ich fühle mich gut – die Trainings geben dann natürlich nochmal Auskunft, wie gut man sich dann im Detail zurechtfindet. Aber grundsätzlich blicke ich voller Vorfreude auf die anstehende Herausforderung. 

Nicht nur sportlich ist Kitzbühel ein Highlight. Was macht für dich die Faszination „Kitz“ aus?
Die ganze Geschichte dahinter macht Kitzbühel so faszinierend. Aber mich hat vor allem die Strecke selbst in ihren Bann gezogen. Es ist noch wie „früher“. Es gibt Engstellen, man kommt den Netzen sehr nahe und man muss viel riskieren. Gratwanderung ist für dafür wohl ein guter Begriff – es geht darum, die Strecke zu bezwingen, das fasziniert mich daran. Natürlich gibt es aber auch alles drumherum. Man bekommt für seine Leistung von den Fans direkt große Anerkennung. Es sind so viele begeisterte Zuschauer vor Ort. Das ist für uns Athleten natürlich eine schöne Erfahrung. 

Auch Bormio liegt dir erfahrungsgemäß – nicht umsonst bist du dort Rekordsieger – dürfen sich Marco Odermatt und Co. für die Olympia-Bewerbe also warm anziehen?
Ich mag diese Piste sehr – natürlich auch, weil ich eben jene Erfolge dort feiern durfte. Aber was bisher war, muss für die Olympischen Spiele nichts bedeuten. Auch andere haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie mit den Bedingungen in Bormio gut zurechtkommen. Marco ist da natürlich einer der stärksten. Cyprien wäre da noch so ein Kandidat, aber der fehlt nach seiner Verletzung. Generell wird man die Schweizer auf der Rechnung haben müssen. Außer acht lassen darf man hier aber niemanden. Was man auf jeden Fall beachten muss. Wir fahren dieses Mal im Februar in Bormio, die Lichtverhältnisse sind da anders und das beeinflusst sicher auch das Rennen. 

Marco Odermatt
Marco Odermatt(Bild: GEPA)

Du kennst Bormio ganz genau – wem traust du dort bei Olympia zu, für eine Überraschung zu sorgen?
Sich darauf jetzt festzulegen, ist sehr schwer. Man sieht es aber dann schon oft in den Trainings vor Ort. Wer steht besonders gut am Ski, wer hat ein gutes Auge für die Verhältnisse. Auf dem Plan muss man generell viele Athleten in dieser Saison haben. Deshalb kann ich diese Frage erst dann wirklich beantworten, wenn die Trainings in Bormio stattfinden. 

Im Training von Wengen hast du über Schmerzen geklagt, die dich seit November immer wieder begleiten. Wie hat sich die Situation nach dem Wochenende in der Schweiz entwickelt und inwiefern beeinflussen diese Schmerzen dich in der Vorbereitung für Olympia?
Ich glaube und hoffe, dass es jetzt soweit wieder passt. In Wengen war es sicher schlecht. Aber wir arbeiten daran, und ich merke, wie es von Tag zu Tag besser wird. Schon in der Abfahrt von Wengen hat es mir keine Probleme mehr bereitet. Erst nach dem Rennen haben sich die Schmerzen wieder gemeldet. Aber sie haben sich in Grenzen gehalten. Es war nicht so wie am Anfang der Woche. Die Therapie hilft auf jeden Fall und ich gehe davon aus, dass das bis zum Start der Olympischen Spiele kein Thema mehr für mich sein sollte. 

Giovanni Franzoni hat in Wengen seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert und diesen auch Matteo Franzoso gewidmet. Wie sehr steht die aktuelle Saison im italienischen Skiteam im Zeichen des Gedenkens an den tragisch verunglückten Kollegen?
Giovanni hatte sicherlich die größte Verbindung zu Matteo. Die sind zusammen aufgewachsen, im Team also zusammen groß geworden, sozusagen – bis hinauf in den Weltcup. Es ist ganz natürlich, dass Matteo in seinen Gedanken deshalb jetzt eine besonders große Rolle spielt. Aber auch das gesamte Team hält die Erinnerung aufrecht. Es war ein tragisches Unglück. Einen Teamkollegen auf diese Art zu verlieren, ist belastend. Was die Mannschaft in der aktuellen Saison leistet, hilft, mit dieser Situation umzugehen. Es ist eine Art gemeinsame Therapie. Versuchen, auf andere Gedanke zu kommen, zusammen Erfolge feiern, wenn sie gelingen und das Skifahren wieder zu genießen. Auch wenn Matteo leider nicht mehr dabei ist, wissen wir, dass er das Skifahren immer sehr genossen hat und das wollen wir auch als Team beibehalten.

Du giltst als großer Sympathieträger im Skizirkus, und viele Fans blicken schon gebannt auf die Zeit nach den Winterspielen. Werden wir dich auch im kommenden Jahr wieder im Weltcup bestaunen dürfen?
Das weiß noch niemand (lacht). Auch ich selbst weiß es noch nicht. Ich habe immer gesagt, dass ich die Saison zuerst beenden möchte und mir dann meine Gedanken machen. Es hängt sicherlich davon ab, wie die Saison noch verläuft und wie ich mich dann fühle. Und natürlich, wie sehr ich mich im Kopf für eine weitere Saison motivieren kann. Momentan fühle ich mich einfach gut und was dann weiter passiert, wird sich zeigen. 

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