Mit seinen Worten hatte Andreas Wolff das Duell mit Österreich angestachelt. Auch nach dem knappen 30:27-EM-Auftaktsieg am Donnerstag erfreute sich Deutschlands Tormann Andreas Wolff großen Interesses. „Die erste Hälfte hat mir recht gegeben“, sagte Wolff (oben im Video) zu seiner herben Kritik an der rot-weiß-roten Taktik.
„Natürlich wäre mehr drinnen gewesen“, meinte Spiellenker Lukas Hutecek nach einer meist recht engen Partie, in der man das Momentum aber nie ganz auf seine Seite bringen konnte. Eigentlich kein Beinbruch gegen einen Titel-Mitfavoriten, der in Qualität und Quantität über Österreich zu stellen ist. Besonders zu gefallen wusste die Defensive, die das schnelle, dynamische Spiel der Deutschen im Großen und Ganzen gut unter Kontrolle hatte. „Wir haben über 60 Minuten eine überragende Abwehr gespielt. Das wäre ein Schlüssel zum Sieg gewesen“, betonte Kreisläufer Tobias Wagner.
Wagner: „Team bisschen im Stich gelassen“
Offensiv hatte man aber – gegen eine ebenfalls starke deutsche Defensive – seine liebe Mühe. „Wir haben vorne zu selten Lösungen gefunden, haben uns zu oft festgelaufen und ein paar Fehler zu viel gemacht“, stellte Hutecek fest. Wagner ging vor allem mit sich selbst hart ins Gericht. „Ich habe das Team heute auch ein bisschen im Stich gelassen“, sagte der Frankreich-Legionär, dessen Team am Samstag gegen Spanien (18 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker schon unter Druck steht. „Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, war Hutecek überzeugt.

Besser in Schwung kam der rot-weiß-rote Angriff in der ersten Hälfte mit der Umstellung auf das 7:6-Überzahlspiel, an dem Deutschland schon in der jüngeren Vergangenheit mehrmals zu knabbern gehabt hatte und für Wolff der Stein des Anstoßes gewesen war. „Anti-Handball“ hatte er der taktischen Variante bescheinigt und blieb nun dabei: „Der Kern der Aussage bleibt, ich bin absolut kein Fan dieser Spielweise.“ Die Wortwahl sei auf „jeden Fall überspitzt gewesen“, gab er nach dem Sieg aber zu. Sie sei nicht zuletzt „Frotzeleien“ mit seinem Kiel-Teamkollegen und ÖHB-Kapitän Mykola Bilyk geschuldet.
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