Vor dem Heimrennen der Snowboarder in Bad Gastein blickt Olympiasieger Benjamin Karl auf einen unvergesslichen Moment in seiner Karriere zurück. Der Auftakt in die intensivste Phase des Jahres verlief zwar anders als erhofft, brachte dem 40-Jährigen aber dennoch eine wichtige Olympia-Erkenntnis.
„Meine Hände haben so wahnsinnig gezittert“, erinnert sich Benjamin Karl an sein erstes Podest im Snowboard-Weltcup im heimischen Bad Gastein zurück. Achtzehn Jahre ist sein erster zweiter Platz her: „Da ist mir bei der Qualifikation im Ziel die Bindung gerissen, den Schraubenzieher zu benutzen, war fast unmöglich.“
Auch im finalen Durchgang des Parallelslaloms konnte die Bindung nicht standhalten – und öffnete sich gleich nochmals: „Ich bin über die Ziellinie gerannt, mit meinem Board in der einen Hand, mit der anderen habe ich versucht, über den Sensor auszulösen“, schmunzelt der fünffache
Weltmeister vor dem Nachtspektakel am Dienstag. Mit dem roten Führungstrikot wird Karl – wie noch vor zwei Jahren – nicht ins Gasteinertal zurückkehren. Beim Parallelslalom in Scuol (Sz) lief es zuletzt für die ÖSV-Männer nicht nach Wunsch: Erstmals in dieser Saison erreichte keiner von ihnen das Viertelfinale.
Erkenntnis gewonnen
Der „Boarder-König Karl“ aus Wilhelmsburg war zwar bester Österreicher – scheiterte jedoch im Achtelfinale: „Ich hatte einen super Lauf, aber oft sind es nur ein paar Hundertstel, die entscheiden, ob du Erster oder Elfter bist. Das Feld liegt sehr eng zusammen. Und erwarten darfst du dir in unserem Sport nichts mehr.“
Das Rennen in der Schweiz brachte dennoch eine Erkenntnis: „Immerhin weiß ich jetzt, in welchem Zustand die Olympia-Piste in Livigno ist.“ Die lag nämlich quasi auf dem Heimweg. Gemeinsam mit Teamkollege Arvid Auner nahm unser Olympiasieger einen ersten Probelauf in Angriff – möglich war das nur, weil der Hang von den Italienern für die Öffentlichkeit freigegeben war. „Es war sozusagen unsere einzige Chance, und es ist immer ein Vorteil zu wissen, womit man es zu tun bekommt.“
„Das muss nicht schön ausschauen“
Was im Gasteinertal auf ihn zukommt (19 Uhr, ORF1 live), weiß der 40-Jährige zum Glück: „Der Hang zählt zu den steileren Rennen, du musst die engsten Linien nehmen und die Schnauze nach unten drücken – das muss nicht schön ausschauen.“
In der Favoritenrolle sieht „Benji“ allerdings seinen Kumpel Auner (28), den Sieger von Davos: „Die Bedingungen könnten ihm zugutekommen, Arvid fährt wie ein alter Fuchs – so wie ich früher...“
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