Titelverteidigerin Janine Flock geht nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte in die im Rahmen des Weltcups ausgetragene Skeleton-EM am Freitag (ab 8.30 Uhr) in St. Moritz. Die Tirolerin ist zweifache Saisonsiegerin, schlug im ersten Training auf der Natureisbahn aber hart an der Bande an und berichtete danach von leichtem Unwohlsein. Ihr Rennstart ist noch nicht endgültig gesichert. Auch bei den Männern stellt Österreich mit Samuel Maier den Titelverteidiger.
Flock ist als Weltcup-Gesamtführende in die Schweiz gereist, dämpfte aber die Erwartungen. „Ich bin körperlich nicht bei hundert Prozent, daher habe ich auch auf einige Trainingsläufe verzichtet“, erklärte die 36-Jährige. Im Hinblick auf die Winterspiele in einem Monat in Cortina, bei denen sie ihre Karriere mit der ersten Olympia-Medaille krönen will, möchte die viermalige Europameisterin kein Risiko eingehen. Wenn sie sich am Renntag gut genug fühle, werde sie antreten. „Ich bin immerhin im Gelben Trikot der Gesamtführenden, aber in diesem Jahr zählt etwas anderes“, sagte Flock. „Deshalb will ich nichts riskieren und höre auf meinen Körper.“
Gute Erinnerungen an St. Moritz
In den vergangenen Tagen standen vor allem Physiotherapie und Regeneration auf dem Programm. Nach ihrer unliebsamen Bekanntschaft mit der Bande hatte Flock über leichten Schwindel geklagt. „Es geht ihr soweit gut“, beruhigte Österreichs Nationaltrainer Michael Grünberger. Mit einem Start im abschließenden Mixed-Teambewerb (16 Uhr), in dem Flock und Maier auch bei Olympia Medaillenchancen haben, rechnet er aber „eher nicht“.
Dabei ist der Natureiskanal von St. Moritz-Celerina eine von Flocks Lieblingsbahnen. Vor zehn Jahren holte sie im Engadin ihren ersten EM-Titel, vier ihrer bisher 15 Weltcup-Siege gelangen ihr dort. Nächste Woche folgt in Altenberg das Weltcup-Finale. Ihr vierter Weltcup-Gesamtsieg, der zweite in Serie, würde Flock vor den Winterspielen noch einmal Rückenwind bringen. Nach fünf Saisonrennen, in denen sie nie schlechter als Vierte war, führt die zwölffache EM-Medaillengewinnerin die Wertung knapp vor der Belgierin Kim Meylemans an. Dritte ist mit Respektabstand die Deutsche Jacqueline Pfeifer, Vierte die Tschechin Anna Fernstaedt.
Gedenken an Opfer von Crans-Montana
Die Männer sind diese Woche bereits in St. Moritz gefahren. Maier, der im Vorjahr in Lillehammer mit EM-Gold überrascht hatte, landete im Nachtragsrennen für Winterberg auf Rang acht. „Dabei hatte ich in beiden Läufen noch Potenzial nach oben“, versicherte der Tiroler. Der 26-Jährige stand in diesem Winter als Zweiter zum Auftakt auf der neuen Olympia-Bahn in Cortina ebenfalls bereits auf dem Weltcup-Podest. Klarer Favorit ist aber der Brite Matt Weston, der vier von fünf Saisonrennen gewann.
Der Männer-Bewerb startet um 12 Uhr. Weil in der Schweiz am Freitag der nationale Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana stattfindet, wird auch auf der Bahn der Betrieb für einige Minuten eingestellt, wenn um 14 Uhr landesweit die Kirchenglocken läuten.
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