Studie der AK

Gutverdiener haben auch höhere Arztkosten

Oberösterreich
04.11.2025 18:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Oberösterreich verfüge zwar noch immer über ein starkes, öffentliches und solidarisches Gesundheitssystem, doch in manchen Bereichen treten Unterschiede zu Tage. Dieses Fazit zieht eine von der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) in Auftrag gegebene Studie.

Belegt werde unter anderem der Rückgang der Ärztedichte. Im Zeitraum 2013 bis 2022 sei die Anzahl der Allgemeinmedizinerinnen pro 1.000 Beschäftigten um 17 Prozent gesunken. Dies betreffe vor allem den kassenärztlichen Bereich, so Studienautor Gerald J. Pruckner von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Gleichzeitig nutzen immer mehr Patienten Wahlarztpraxen, die zum Teil privat zu bezahlen sind. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert aufgrund der „kassenärztlichen Unterversorgung“ den vollen Kostenersatz, wenn jemand zum Wahlarzt ausweichen muss.

Steigende Ausgaben und regionale Unterschiede
Zwischen 2005 und 2023 haben sich die Gesundheitsausgaben für Krankenhausaufenthalte, ärztliche Leistungen im niedergelassenen Bereich sowie für Medikamente in Oberösterreich nominell mehr als verdoppelt, so Pruckner. Ursachen dafür seien demografische Entwicklungen, aber auch technologische und medizinische Fortschritte. Betrachtet man das Einkommen, hätten Geringverdiener und hier vor allem die Gruppe der männlichen Arbeiter mit erhöhten Gesundheitsausgaben zu kämpfen. Gleichzeitig fielen mehr Ausgaben für rezeptpflichtige Medikamente auf die Gruppen der Angestellten und der Frauen.

Signifikant steigen die allgemeinen Gesundheitsausgaben bei den Top-Verdienern. Diese würden auf verstärkte Inanspruchnahme von teureren oder präventiven Gesundheitsleistungen hinweisen, während bei den unteren Einkommensgruppen von starker Belastung und psychischen Anforderungen ausgegangen werde, hieß es.

Ballungsräume im Vorteil
Auch regional werden Ungleichheiten sichtbar. In Ballungsräumen ist die Ärztedichte höher und die Wege vor allem zu Fachärzten werden durchschnittlich kürzer. Bei der Allgemeinmedizin seien diese Unterschiede allerdings weniger signifikant. Auch die durchschnittlichen Einkommenssituationen variieren regional. Daher zeigte sich, dass Personen mit geringem Einkommen – vor allem bei den Angestellten – im Durchschnitt längere Wege in Kauf nehmen müssen, um zum Beispiel Gynäkologen, HNO-Ärzte oder Augenärztinnen zu erreichen. Mit steigendem Einkommen nehme dieser Effekt ab.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt