20.02.2014 11:01 |

Nach Foul an Robben

Rot und Elfer: Richtig oder "weit überzogen"?

Rot und Elfmeter - Arsenal-Goalie Wojciech Szczesny traf nach seinem Foul an Bayern-Star Arjen Robben im Champions-League-Kracher am Mittwoch die schwerste Keule des internationalen Regelwerks mit voller Wucht. Danach zeigten selbst die Bayern Mitleid mit dem "Gunners"-Keeper, forderten eine Regeländerung. Auch in Österreich wird die Causa heiß diskutiert.
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Die 39. Spielminute im CL-Achtelfinalhinspiel Arsenal London gegen Bayern München: Der Münchner Edelzangler Toni Kroos lupft den Ball in den Londoner 16er. Arsenals Schlussmann Szczesny will den Steilpass abfangen, stürmt aus seinem Gehäuse, grätscht dabei den heraneilenden Bayern-Flügelflitzer Robben stümperhaft um. Der geht theatralisch zu Boden. Logische Folge: Rot für Szczesny, Elfmeter für Bayern (den David Alaba vergibt), Arsenal über eine Halbzeit lang nur noch zu zehnt.

Konsel: "Völlig überzogen"
Damit ist die Entscheidung um den Einzug ins Viertelfinale praktisch gefallen, die Diskussion um die ominöse "Doppelstrafe" aber wird neu entfacht. "Völlig überzogen", poltert Österreichs Ex-Teamgoalie und "Krone"-Kolumnist Michi Konsel im Gespräch mit krone.at: "Das war für Arsenal natürlich eine extreme Schwächung und für das Spiel schlecht."

Der "Panther" schlägt vor, bei derartigen Situationen abzuwägen: "Szczesny hat ganz offensichtlich nur ein schlechtes Timing an den Tag gelegt. Dafür wäre er mit einem Elfmeter ausreichend bestraft gewesen. Etwas anderes ist es, wenn jemand bewusst die Notbremse zieht. Da kann man über Rot schon diskutieren."

Auch Hoeneß und Neuer für Regeländerung
Erstaunlich: Selbst bei den Bayern kommt so etwas wie Mitleid für Szczesny auf. "Die Regel muss man überdenken", fühlt Bayerns und Deutschlands Nummer eins, Manuel Neuer, mit seinem Kollegen von Arsenal mit. Der Platzverweis sei aus Torhüter-Sicht "kritisch zu sehen". Sein Boss Uli Hoeneß sekundiert: "Elfmeter hätte als Strafe völlig ausgereicht."

Benkö: "Macht schon Sinn"
Damit trifft Hoeneß wohl den Nerv vieler Fußball-Affiner - Österreichs Ex-FIFA-Referee Günther Benkö gehört nicht dazu. Er will gegenüber krone.at festgehalten wissen: "Diese sogenannte Doppelbestrafung gibt's schon immer. Die Herren, die für diese Regelgung verantwortlich sind, werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Bis zu einem gewissen Grad ist sie sicherlich sinnvoll. Immerhin sind jene angeblichen Top-Leute, die sich jetzt über die Regel aufregen, wahrscheinlich dieselben, die sich gleichzeitig dafür einsetzen, das Spiel schnell zu machen." Und das sei durch besagte Regel sehr wohl möglich.

Im konkreten Fall hätte Szczesny Robben laufen und das Tor erzielen lassen müssen. Immerhin sei es Sinn der "Doppelstrafe", die Spieler zum Nachdenken zu bringen, ob sie sich in gewissen Situationen auf den "Schnitt" einlassen sollen.

Nach derzeitiger Regellage war die Entscheidung von Schiri Nicola Rizzoli jedenfalls korrekt, Elfer und Ausschluss waren regeltechnisch gedeckt. "Ob die Entscheidung hart war oder nicht, ist dabei völlig uninteressant", sagt Benkö.

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