07.11.2013 11:55 |

"Silk Road" zurück

Digitaler Drogen-Untergrund narrt die US-Behörden

Rund einen Monat ist es her, dass die US-Bundespolizei FBI den mutmaßlichen Drahtzieher hinter dem Online-Drogenschwarzmarkt "Silk Road" festgenommen hat. Ross Ulbricht, der den Schwarzmarkt unter dem Pseudonym "Dread Pirate Roberts" betrieben haben soll, wurde wegen Hacking, dem Handel mit Betäubungsmitteln, Geldwäsche und Verschwörung angeklagt. Während sich der Inhaftierte auf den Prozess vorbereitet, ist der Online-Schwarzmarkt wieder aufgetaucht – erneut unter dem Namen "Silk Road" und mit einem neuen "Dread Pirate Roberts" als Betreiber.

Wer hinter der Sache steckt, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass die "Silk Road" rund einen Monat nach dem Schlag der Behörden schon wieder online ist – als Klon der ursprünglichen Seite, bei dem allem Anschein nach die Sicherheitsvorkehrungen verbessert wurden. Angekündigt wurde der Neustart der Website über einen mysteriösen Twitter-Account mit dem Namen "Dread Pirate Roberts".

1.100 Zugriffe pro Sekunde verzeichnet
"#Silkroad ist zurück. Hat jemand ein Déjà-vu?", vermeldete der Account, kurz bevor die Website wieder online ging. Es dauerte offenbar nicht lang, bis die einstige "Silk Road"-Nutzerschaft den Online-Schwarzmarkt wieder bevölkerte. Schon nach kurzer Zeit sollen 1.100 Zugriffe pro Sekunde verzeichnet worden sein, berichtet "CNET". Eine stattliche Zahl.

Die Vorgängerseite, wegen deren Betrieb sich Ulbricht verantworten muss, soll insgesamt sogar von 100.000 Personen genutzt worden sein, um über das Anonymisierungsnetzwerk "TOR" alle möglichen Drogen zu verkaufen. Bezahlt wurde dabei mit der anonymen Online-Währung Bitcoin, was es den Behörden schwer macht, an die Händler heranzukommen. Seit dem Schlag gegen "Silk Road" vor einem Monat soll es insgesamt nur acht Festnahmen in drei Ländern gegeben haben.

Neuer Betreiber auf Sicherheit bedacht
Dass es den Behörden schnell gelingen wird, an die Hintermänner der neuen "Silk Road" zu kommen, erscheint da unwahrscheinlich. Zumal auch die neue Website im TOR-Netzwerk verborgen und nur über kryptische Links zu erreichen ist. Zudem scheint es, als hätten die neuen Betreiber auf die Sicherheit der Seite geachtet. Über Twitter vermeldet der neue "Dread Pirate Roberts", dass in den ersten zwölf Stunden bereits 11.000 Versuche stattgefunden hätten, die Hintermänner der Seite auszuforschen. Keiner davon sei erfolgreich gewesen.

Es scheint also, als sei der Kampf gegen Online-Schwarzmärkte für die Behörden ähnlich aussichtslos wie der Feldzug der Musikindustrie gegen Torrent-Websites. Auch die von Raubkopierern genutzten Seiten werden nach Zugriffen durch die Behörden häufig binnen kürzester Zeit wieder ins Netz gestellt – von Nutzern, die eine Sicherungskopie der Website angefertigt haben. Ähnliches dürfte nun auch bei "Silk Road" passiert sein.

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