Auftakt in Sölden

Marcel Hirscher startet die "Mission Hattrick"

Sport
25.10.2013 18:19
Am ersten Tag mit europäischer Winterzeit legen auch die Alpin-Herren in Sölden in den Olympia-Winter los. Der Riesentorlauf auf dem Rettenbachgletscher wird am Sonntag (9.30/12.45 Uhr, Ticker in der Infobox) wie immer zu einem Gigantenkampf. "Mr. Sölden" Ted Ligety ist der große Gejagte, Marcel Hirscher und Alexis Pinturault führen das Feld der Verfolger an. Für Hirscher beginnt zudem der Versuch, als erster Österreicher und insgesamt vierter Läufer überhaupt die große Kristallkugel zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Die "Mission Hattrick" kann beginnen.

Der Kugel-Gewinn war ihm zuletzt zweimal in Serie gelungen, obwohl der Salzburger fast ausschließlich auf Slalom und Riesentorlauf setzt. Umso wichtiger ist auch für den diesjährigen Slalom-Weltmeister, gleich beim Saisonstart bei der Musik zu sein. "Aber natürlich ist da eine gewisse Ungewissheit, man ist zudem am Saisonstart auf diesem Hang fast schon ein wenig überfordert", hofft Hirscher, dass ihn sein gutes Gefühl nicht täuscht.

"Top Drei wären super"
Umgekehrt haben ihn Video-Analysen sicher gemacht, dass selbst ein Bode Miller im Riesentorlauf schneller ist als er selbst. "Und das ist nicht einmal der schnellste Amerikaner", warnte der 24-jährige Salzburger. Deshalb hielten sich seine Erwartungen auch etwas in Grenzen. "Ich möchte am Sonntag das Maximum abrufen und muss jede Platzierung akzeptieren. Die Top Drei wären super, bis Platz zehn auch in Ordnung. Liege ich dahinter, muss ich mir Gedanken machen."

Sölden wird die erste Antwort darauf liefern, ob und wie sehr sich der Abstand zwischen Ligety und dem Rest der Welt verringert hat. Im Vorjahr war der US-Weltmeister mit dem weiterem Radius der RTL-Latten am besten zurechtgekommen, in Sölden hatte er Hirscher und Co. sogar zu Statisten degradiert. "Solche Vorsprünge kann man einfach nicht noch einmal erwarten", schwächte Ligety vor dem Versuch, Sölden zum dritten Mal in Folge zu gewinnen, aber ab.

Ligety in Sölden seit Jahren überragend
Der Amerikaner ist seit Jahren der dominierende Mann beim Gletscher-Auftakt in Tirol. 2005 legte er mit einem achten Platz los, seit 2007 ist der heute 29-Jährige fünf Mal in Folge auf das Podest gefahren und hat die beiden jüngsten Auflagen gewonnen. Nach den Plätzen 2-3-2-1-1 kann Ligety als einziger Mann den dreifachen Sölden-Sieger Hermann Maier einholen.

Im Vorjahr verhinderte der 2,75 Sekunden zurückliegende Manfred Mölgg, dass Hirscher mit mehr als drei Sekunden Rückstand Bester vom Rest der Welt war. Der Südtiroler ist nach Verletzungen noch nicht in Form, also sollten vorrangig Hirscher und der hoch gehandelte Franzose Pinturault jene Athleten sein, die Ligety fordern. Viel vorgenommen hat sich auch Aksel Lund Svindal. Der Sölden-Sieger von 2007 hat speziell im Riesentorlauf zugelegt und hohe Erwartungen.

Weil auch Philipp Schörghofer mit den neuen Skiern immer besser zurechtkommt, baut ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold stark auf seine Truppe. Der ebenfalls chancenreiche Marcel Mathis ist seiner "Rookie"-Rolle entwachsen. Ob auch er die Lücke zu Ligety schließen konnte, wollte der kleine Vorarlberger nicht kommentieren. "Im Training lief es gut, aber ein Rennen ist immer ganz was anderes. Ich gebe einfach Vollgas."

Hirscher: "Keine Gedanken an den Weltcup"
Für Hirscher beginnt nach einem intensiven Sommer mit dem "Oktoberfest der Skistars" auch der Versuch, als erster Österreicher auf den Weltcup-Hattrick loszugehen. "Ich hätte es selbst nicht gewusst und Statistiken interessieren mich nur im Rückblick. Es bringt nichts, sich heute Gedanken über den Weltcup zu machen", erklärte Hirscher.

In die Rolle des Gesamtsiegers ist Hirscher aber mittlerweile gut hineingewachsen. Seine Erinnerung an die Saison, in dem er als Gejagter die große Kristallkugel erfolgreich verteidigt hatte, schilderte er so: "Es war, wie vor einer großen Mauer zu stehen und es kommen Hunderte wilde Hunde auf dich zu."

Vorerst zählt aber Sölden, und das findet Hirscher auch richtig spannend. "Weil es das erste Aufeinandertreffen ist und man damit endlich einen Vergleich hat, bei dem keiner blufft und jeder schnellstmöglich sein will. Dann weiß man, ob man im Sommer alles richtig gemacht hat."

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(Bild: KMM)



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