Ein 51-jähriger Innviertler versuchte in einer Lebensmittelfiliale seiner Heimatgemeinde in Oberösterreich frech den Rückgabeautomaten auszutricksen. 56 Flascheneinwürfe lang klappte der Betrugsversuch, dann wurde eine Verkäuferin auf das seltsame Treiben aufmerksam. Selbst die Ermittler schütteln den Kopf.
Es war doch einiges an Energie, die ein verhaltenskreativer Innviertler bereits im Vorfeld eines mutmaßlichen Betrugsversuchs in der Filiale einer Lebensmittelkette in Tumeltsham an den Tag gelegt hat. Zu seinem Pech blieb der gesamte Aufwand schlussendlich aber unbelohnt. Stattdessen wurde der Verdächtige von der Exekutive in die Mangel genommen.
Laut eigener Aussage hatte sich der 51-Jährige zuvor Gedanken darüber gemacht, wie er seine finanzielle Situation verbessern könnte. Er kam auf die glorreiche Idee, es mit Pfandbetrug zu versuchen. Der Tumeltshamer kopierte den Barcode von Flaschen mit Plastikpfand und klebte den Ausdruck dann auf pfandlose Flaschen. Mit insgesamt 101 Stück kam er dann zur Pfandstation des Supermarktes und begann, diese einzuwerfen.
Verkäuferin war aufmerksam
Nach den ersten 56 Flaschen ließ sich der 51-Jährige einen Bon ausdrucken. Dessen Wert: 14 Euro. Dann wollte er den Rest einlösen, doch eine Verkäuferin war bereits auf den voll bepackten Kunden aufmerksam geworden. Sie nahm seine Rückgabeflaschen näher in Augenschein, erkannte, dass der Barcode gefälscht war. Die Frau alarmierte die Polizei.
Diese ermittelt nun gegen den Innviertler wegen Betrugsverdachts. Kurios: Wäre der Mann nicht erwischt worden, hätte er insgesamt nur 25,25 Euro lukriert. Das sorgt auch bei Ermittlern für Kopfschütteln, weil Aufwand und Ertrag in keiner Relation stehen.
Betrugsmasche ist neu
Für Roland Wohlmuth, Vorsitzender des Landesabfallverbandes, ist diese Betrugsmasche neu: „Mir ist bisher noch nichts Vergleichbares zu Ohren gekommen.“ Bei der Einführung des Pfandsystems in Deutschland habe es früher allerdings eine beliebte andere Form gegeben, den Automaten auszutricksen. Damals waren die Flaschen mittels Lichtsignal registriert worden. Besonders „Schlaue“ zogen das Leergut aber an einer Schnur wieder zurück.
Es ist schon erstaunlich, welchen Aufwand Menschen auf sich nehmen, um vielleicht ein paar Euros ergaunern zu können. 101 Plastikflaschen – wie im Fall des Innviertlers – mit unterschiedlichen Barcodes zu bekleben, um vielleicht 25,25 Euro zu lukrieren, lässt einen am Verstand des Ausführenden zweifeln.
Denn allein die Peinlichkeit, eventuell auf frischer Tat gestellt und von der Polizei auf die Inspektion mitgenommen zu werden, würde rational denkende Bürger normalerweise davon abhalten, so etwas zu versuchen. Doch in derartigen Fällen spielt Rationalität anscheinend keine Rolle: Es geht offenbar vor allem um den Kick oder ist pathologisch.
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