Nach Hacker-Angriffen

Polizei und Gemeinden rüsten gegen Cyber-Crime auf

Niederösterreich
03.04.2025 09:15

Nach Hacker-Attacken gegen heimische  emeindeämter wird die Kooperation mit Spezialisten der Exekutive verstärkt.

Plötzlich geht nichts mehr. Wenn der Computer-Bildschirm finster bleibt, steht die Gemeindeverwaltung still. Und damit auch jegliches Service für die Bürger. Dieser Albtraum für alle EDV-Verantwortlichen wurde in den vergangenen Wochen in den Rathäusern von Tulln und Maria Enzersdorf wahr – die „Krone“ berichtete. Unbekannte Täter hatten sich über Nacht in die Server der Gemeinde gehackt – und alle Daten verschlüsselt. Kaum war der Schaden entdeckt, trudelt auch schon Lösegeldforderungen ein. Die Spuren der Cyber-Kriminellen führen zumeist in den ehemaligen Ostblock, wie erfahrene Ermittler berichten. Die Täter zu fassen, ist in der Regel schwierig.

Mehr Schulungen paktiert
Um solchen Attacken vorzubeugen, werden die heimischen Gemeinden in Zukunft noch enger mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten. Offiziell besiegelt haben diese Kooperation jetzt Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl und Innenminister Gerhard Karner in Pressbaum im Bezirk St.Pölten.

Eine engere Kooperationen zwischen Kommunalverwaltungen und der Exekutive im Kampf gegen ...
Eine engere Kooperationen zwischen Kommunalverwaltungen und der Exekutive im Kampf gegen Cyber-Crime vereinbarten jetzt Innenminister Gerhard Karner und Gemeindebund- Präsident Johannes Pressl in Pressbaum.(Bild: BMI(C)MAKOWECZ)

Hacker-Attacken nehmen zu
Cyber-Crime ist jener Bereich der Kriminalstatistik, in dem die Fallzahlen am stärksten ansteigen, betont Karner: „Und mittlerweile ist auch die kommunale Ebene betroffen.“ Mit Pressl wurde jetzt daher paktiert, dass Gemeindemitarbeiter in Zukunft noch intensiver von Experten aus den Reihen der Exekutive geschult werden. Auch für Bürgermeister und Sicherheitsgemeinderäte sind Seminare solche vorgesehen.

Phishing-Mails aus dem Rathaus
Wie dringend notwendig verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in den kommunalen EDV-Systemen sind, zeigen nicht nur die Attacken in Tulln und zuletzt Maria Enzersdorf. Nur wenige Kilometer weiter wurde auch die Stadtgemeinde Mödling Opfer eines solchen Angriffs – wenn auch nicht mit so gravierenden Folgen. Von einem offenbar gehackten Computer im Rathaus wurden im Namen der Gemeinde E-Mals mit der Aufforderung verschickt, ein angehängtes Dokument zu öffnen und persönliche Daten einzugeben. Die Stadt hatte damit nichts zu tun, es handelte sich um sogenannte Phishing-Mails von Betrügern. Mittlerweile ist der Angriff gestoppt. Wie viele dieser Mails verschickt wurden, ist allerdings unklar.

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