18.07.2013 18:12 |

Petsos im Interview

Rapids Neo-6er hat "heißes Herz und kühlen Verstand"

Nicht nur der wieder fitte Kapitän Steffen Hofmann, auch Neuzugang Thanos Petsos steigt am Freitag in den Rapid-Bus nach Wolfsberg. Der 22-jährige Deutsch-Grieche wird in Kärnten sein grün-weißes Debüt feiern. Als "Sechser" mit der Nummer 5 von Urgestein Peter Schöttel. Große Fußstapfen. Aber im "Krone"-Interview sprüht Petsos vor Tatendrang.

"Krone": Leverkusen, Kaiserslautern, Fürth – fast 60 Spiele in der deutschen Bundesliga. Warum wechselt man dann mit 22 Jahren nach Österreich?
Thanos Petsos: Weil das Interesse von Rapid groß war. Wenn man geholt wird, spürt man, dass man willkommen ist. Nur so kann man befreit aufspielen, das zeichnet mich aus.

"Krone": Dennoch ein Rückschritt?
Petsos: Nein. Von der Wahrnehmung ist Rapid besser als die zweite deutsche Liga, wo ich ja jetzt bei Fürth noch Vertrag gehabt hätte. Ich kannte Rapid natürlich von der Europa League, der Klub hat eine tolle Tradition.

"Krone": Aber auch Probleme, dazu ein sehr junges Team.
Petsos: Eine junge Mannschaft muss ja nichts Schlechtes sein, da ist viel Qualität.

"Krone": Mit deiner Verpflichtung hat man in Wien nicht mehr gerechnet. Umso größer ist jetzt die Erwartungshaltung. Aber mit 22 Jahren bist du auch kein Routinier…
Petsos: Aber ich habe schon viel erlebt, dreimal gegen den Abstieg gekämpft. So etwas vergisst man nicht. Druck ist gut, das brauche ich auch.

"Krone": Hast du daher die Nummer 5 von Peter Schöttel gewählt, die Rapid seit 2011 nicht mehr vergeben hatte?
Petsos: Nicht ganz. Mir wurde eine Liste mit freien Nummern vorgelegt. Und der Fünfer war schon immer meine Lieblingsnummer. Erst dann habe ich die Bedeutung erfahren. Was Schöttel geleistet hat, ist unglaublich. Für mich ist das eine Ehre. Aber ich will ja auch nicht Larifari-Fußball spielen.

"Krone": Auf welcher Position? Rechtsverteidiger, Innenverteidiger, Sechser – wo fühlst du dich am wohlsten?
Petsos: Ich habe noch nie Rechtsverteidiger gespielt, das steht nur im Internet. In der Jugend war ich Innenverteidiger. Aber schon damals habe ich zu meinem Sechser gesagt: "Bleib hinten, ich mach das vorne schon." Ich gehöre ins Mittelfeld, will auch den Abschluss suchen.

"Krone": Du bist in Deutschland geboren und aufgewachsen – wie viel Grieche steckt in dir? Und wie äußert sich das?
Petsos: Heißes Herz, kühler Verstand. Zu 60, 70 Prozent bin ich Grieche. Ich lasse mich nicht leicht aus der Ruhe bringen. Aber wenn es zur Sache geht, kann ich richtig sauer werden. Gepaart mit deutscher Disziplin und Ordnung ist das keine so schlechte Mischung.

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