Kommt jetzt Deal?

Selenskyj an Trump: Seltene Erden für Militärhilfe

Außenpolitik
07.02.2025 22:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den USA im Gegenzug für militärische Hilfen und Sicherheitsgarantien tatsächlich Zugang zu seltenen Erden anbieten. Weniger als 20 Prozent der Bodenschätze, darunter etwa die Hälfte der Seltenen Erden, sind seinen Angaben nach jedoch in von Russland eroberten Regionen.

„Die Amerikaner haben am meisten geholfen, also sollten die Amerikaner auch am meisten verdienen. Und sie sollten diese Priorität haben“, zeigte sich Selenskyj in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview offen. Darüber würde er gerne mit seinem Amtskollegen aus den Vereinigten Staaten reden. Trump, der bereits sein Interesse an ukrainischen Bodenschätzen kundgetan hat, plant kommende Woche eine Zusammenkunft mit Selenskyj.

Seltene Erden sind wichtig für die Herstellung von Hochleistungsmagneten, Elektromotoren und Unterhaltungselektronik. Selenskyj warnte, Russland könnte diese Ressourcen seinen Verbündeten Nordkorea und Iran zukommen lassen. Beide Staaten sind eingeschworene Feinde der USA.

Für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft
Während des Interviews entrollte Selenskyj auf einem Tisch im Kiewer Präsidialamt eine Karte, auf der zahlreiche Mineralienvorkommen verzeichnet waren. Ein breiter Streifen im Osten war als Lagerstätte für seltene Erden gekennzeichnet. Wie er ausführte, verfüge die Ukraine über Europas größte Reserven an Titan, das für die Luft- und Raumfahrtindustrie unentbehrlich ist, und an Uran, das in der Kernenergie und Waffen Einsatz findet.

Er schlage nicht vor, die Ressourcen zu verschenken, betonte der Staatschef des kriegsgebeutelten Landes. Sein Plan sei vielmehr eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft. In der Vergangenheit hat die Ukraine neben Waffenlieferungen auch Sicherheitsgarantien der USA als Voraussetzung für einen Frieden mit Russland genannt. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den Krieg im Handumdrehen zu beenden und die Waffenhilfen der Vorgängerregierung unter Joe Biden massiv kritisiert. „Wenn wir über ein Abkommen sprechen, dann lassen Sie uns ein Abkommen schließen, wir sind nur dafür“, meinte Selenskyj und betonte dabei, dass die Ukraine Sicherheitsgarantien als Teil einer Einigung benötige.

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