Cartwright, der von 2007 bis 2011 stellvertretender US-Generalstabschef war, sei über die Untersuchungen informiert worden, hieß es in dem NBC-Bericht weiter. Eine Bestätigung des Ministeriums lag zunächst nicht vor. Auch Cartwright selbst äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.
Ins Visier der Justiz war der Ex-Topmilitär geraten, nachdem die "New York Times" im vergangenen Jahr berichtet hatte, dass Cartwright unter Präsident George W. Bush die Idee für die Cyber-Operation mit dem Codenamen "Olympic Games" (Olympische Spiele) gehabt und sie dann auch geleitet habe.
US-Verantwortung für Stuxnet ausgeplaudert?
2010 seien dann bei einem Angriff mit dem Computerwurm Stuxnet vorübergehend 1.000 Zentrifugen zur Urananreicherung im Iran lahmgelegt worden. Die Berichte der Zeitung brachten auch den amtierenden Präsidenten Barack Obama in Erklärungsnot (siehe Story in der Infobox).
NYT-Chefkorrespondent David E. Sanger bezog sich dabei auf Informationen aus Sicherheitskreisen - zu denen nach Ansicht des Justizministeriums offenbar auch Cartwright zählte. Der Zeitungsbericht beschrieb geheime Treffen im Weißen Haus und berief sich auf Interviews mit "derzeitigen und früheren amerikanischen, europäischen und israelischen Offiziellen, die in das Programm verwickelt waren".
Alle Fäden laufen bei der NSA zusammen
Demnach habe der US-Geheimdienst NSA zusammen mit Israelis "Stuxnet" entwickelt. Die Konfiguration von Stuxnet ließ Experten von Anfang an vermuten, dass der Iran das Ziel gewesen sein dürfte. Außerdem argumentierten sie, die Software sei so komplex und aufwendig geschrieben, dass sie nur das Werk westlicher Geheimdienste sein könne.
Die National Security Agency steht auch im Zentrum der Enthüllungen von Edward Snowden. Der 30-Jährige, der von der US-Justiz des Geheimnisverrats beschuldigt und gesucht wird, war am vergangenen Sonntag von Hongkong nach Moskau geflohen. Dort hält er sich seither im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo auf.
Weiterer schwerer Schlag für Obama
Sollten sich die Vorwürfe gegen Cartwright bestätigen, wäre es jedenfalls ein weiterer schwerer Schlag für die Obama-Regierung, die bereits durch die Veröffentlichung Tausender vertraulicher und geheimer Botschaftsdepeschen durch die Enthüllungsplattform WikiLeaks sowie jüngst durch die Snowden-Enthüllungen unter Druck geraten ist.
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