Eine Batterie, die man nicht aufladen muss, sondern füttern? Genau das ist Schweizer Forschenden mit ihrer 3D-gedruckten Pilzbatterie gelungen. Die lebende Batterie könnte Sensoren für die Landwirtschaft oder die Forschung in abgelegenen Regionen mit Strom versorgen. Ist ihre Arbeit getan, löst sie sich selbst von innen auf.
Bei der Pilzbatterie handelt es sich genau genommen um eine mikrobielle Brennstoffzelle, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa am Donnerstag mitteilte. Sie nutzt für die Stromerzeugung den Stoffwechsel zweier verschiedener Pilzarten. An der Anode, dem Minuspol der Zelle, wird ein Hefepilz mit Zucker gefüttert. Bei der Verarbeitung dieser Nährstoffe setzt er Elektronen frei. Auf der anderen Seite der Zelle produziert ein Weißfäulepilz ein Enzym, das die Elektronen einfängt und aus der Zelle leitet.
Biologisch abbaubar
Hergestellt wird die Batterie mit einem 3D-Drucker. Dafür werden die Pilzzellen unter die Drucktinte gemischt. Ist die Batterie trocken, produziert sie keinen Strom. Mit der Zugabe von Wasser und Nährstoffen wird sie aktiviert. Der größte Vorteil der Pilzbatterie sei, dass sie, anders als herkömmliche Batterien, nicht nur komplett ungiftig sei, sondern auch noch biologisch abbaubar.
Vorgestellt haben die Forschenden um Carolina Reyes die Batterie in einer Studie im Fachblatt „ACS Sustainable Chemistry & Engineering“. Nun wollen die Forschenden die Pilzbatterie leistungsfähiger und langlebiger machen, wie sie in der Mitteilung erklärten. Außerdem wollen sie weitere Pilzarten suchen, die sich als Stromlieferanten eignen.
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