03.06.2013 16:49 |

Finanzielle Hilfe

Schadenswelle nach der großen Flut: Wer zahlt wofür?

Wie teuer die aktuelle Hochwasserkatastrophe (im Bild das oberösterreichische Schärding am Montagnachmittag) werden wird, ist wohl erst in den nächsten Tagen abzusehen. Womöglich werden die Schreckenszahlen von 2002 erreicht: Damals belief sich der Schaden auf 3,2 Milliarden Euro. Nur 420 Millionen davon waren von Versicherungen gedeckt, 500 Millionen zahlte der Katastrophenfonds. Auch diesmal dürften viele Geschädigte nicht ausreichend abgesichert sein.

In der normalen Haushaltsversicherung sind Schäden durch Hochwasser bzw. Muren standardmäßig je nach konkreter Polizze zu etwa 4.000 bis 16.000 Euro für Gebäude plus Inhalt gedeckt, so Wiener-Städtische-Vorstand Erich Leiß. Eine höhere Deckung bieten spezielle Katastrophenschutzpakete. Vollgelaufene Autos werden nur durch eine Kaskoversicherung ersetzt, und auch das begrenzt mit dem Zeitwert. Diese Summen reichen in vielen Fällen nicht aus. Alle Versicherer haben Notfalltelefone eingerichtet.

Katastrophenfonds könnte aufgestockt werden
Wie bei der Flut 2002 springt auch diesmal der Katastrophenfonds des Bundes ein. Damals wurde er auf 500 Millionen aufgestockt, derzeit liegen laut Finanzministerium 259 Millionen plus 29 Millionen als Reserve im Topf. Vizekanzler Michael Spindelegger und Finanzministerin Maria Fekter haben am Montag bei Bedarf weitere Mittel in Aussicht gestellt (siehe Infobox).

Ansprüche muss man bei den Landesregierungen anmelden, die Länder holen sich das Geld dann vom Bundesfonds zurück. Schlimm sieht es auch für viele Landwirte von Vorarlberg bis ins Ennstal aus. Laut Österreichischer Hagelversicherung sind zwar 80 Prozent der Flächen versichert, ersetzt wird allerdings nur der nötige Wiederanbau, nicht jedoch ein Ernteausfall.

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