Die Reuttener Grünen wollten in der jüngsten Gemeinderatssitzung erneut über die Fußgängerzone im Untermarkt abstimmen lassen. Dazu kam es aber nicht, weil sie den Antrag mangels Mehrheitschance vorher „ruhend stellten“. Die Kaufmannschaft ist immer noch dagegen.
Sie war ursprünglich wie in Telfs lediglich als Vorstufe gedacht, die 2021 eingeführte Begegnungszone im Reuttener Untermarkt. Anders als in Telfs ist man in der jungen Stadt allerdings vom Nachfolger, einer geplanten Fußgängerzone (Fuzo), immer noch weit entfernt. Schon im März 2023 versuchten es die Grünen im Gemeinderat mit einem Antrag auf eine temporäre Fuzo im Sommer. Die Kaufmannschaft war und ist dagegen, sie fürchtet um ihr Geschäft – ein ewiges Thema.
Wir hätten keine Mehrheit bekommen, dann wäre das Thema erledigt gewesen.
Margit Dablander
Keine Aussicht auf Mehrheit
Die Grünen mit Frontfrau Margit Dablander wollten in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag mit einem neuen Antrag auf eine Sommer-Fuzo einen erneuten Anlauf nehmen. Zur Abstimmung kam es aber nicht, weil die Grünen ihren Antrag „ruhend stellten“. „Wir hätten keine Mehrheit bekommen, dann wäre das Thema erledigt gewesen“, begründet die Fraktionschefin diesen Schritt. Beschlossen wurden weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und „Attraktivierung der Begegnungszone“, wie es Bürgermeister Günter Salchner bezeichnet.
Dauernde Fußgängerzone, aber es wird noch dauern
Auch in Imst ist das Thema Fußgängerzone durch die Kramergasse bereits eine gefühlte Ewigkeit präsent. Die Fuzo an Wochenenden im Sommer hat sich mittlerweile eingespielt, heuer ist die Innenstadt zudem an den vier Adventwochenenden autofrei. Aber wie geht es weiter? „Wir wollen in letzter Konsequenz eine dauerhafte Fußgängerzone und arbeiten daran, müssen uns aber noch gedulden“, stellt Vize-BM Thomas Schatz klar.
Es stehen mit dem neuen Headquarter des TVB und dem Decorona-Quartier massive und länger dauernde Bauarbeiten an. Schatz sieht das Positive: „Endlich rührt sich in der Kramergasse etwas.“ Die Einbahnregelung bleibe aufrecht, man müsse aber im nächsten Jahr mit anlassbezogenen, temporären Verordnungen einer Fuzo arbeiten, erklärt der Verkehrsreferent.
Der Johannesplatz wird zum „Fasnachts Boden“
Dass den Imster Entscheidungsträgern mit der permanenten Lösung tatsächlich ernst ist, beweist das am vergangenen Mittwoch gelüftete Geheimnis: Der Johannesplatz – quasi am nördlichen Beginn der Zone – sollte neugestaltet werden, der Architekturwettbewerb heißt ganz offiziell „Fußgängerzone Imst Johannesplatz“. Dafür kreierten insgesamt acht Landschaftsarchitekturbüros Entwürfe, seit Mittwoch steht der Sieger fest: die „DnD Landschaftsplanung ZT KG“ aus Wien mit ihrer Projektbezeichnung „Fasnachts Boden“.
„Mit einem klaren Konzept, das Identität stiftet und den Platz als ,Tanzboden’ für die Imster Gesellschaft begreifbar macht, wird ein vielseitiger Raum geschaffen, der den sozialen Austausch und kulturelle Veranstaltungen fördert“, heißt es in der Beschreibung. Auch hier wird die Umsetzung sicher kein Schnellschuss werden.
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