Etliche Kinder leben in Einrichtungen, feiern dort Geburtstag und Weihnachten. Aber bekommen die Kids zu solchen Anlässen auch Geschenke? Lassen das die Budgets zu? Die Tiroler Neos wollen wissen, wie es mit der Bescherung aussieht.
Nicht alle Kinder in Tirol finden zu Hause ein Familienglück vor und müssen daher in eine familienähnliche, vom Land betreute Einrichtung ziehen – zum Beispiel, wenn sich die Eltern wegen finanzieller Engpässe nicht mehr um ihre Schützlinge kümmern können oder sie verstorben sind und es keine Familienangehörigen gibt, die sich ihrer annehmen können.
Schriftliche Anfrage an Soziallandesrätin
Laut „Tiroler Krone“-Informationen kommt es nicht immer vor, dass betreute Kinder und Jugendliche Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke erhalten bzw. gibt es Fälle, in denen Betreuer zusammenlegen, um Geschenke zu kaufen. LA Birgit Obermüller (Neos) will hier Klarheit haben, sie hat eine schriftliche Anfrage an LR Eva Pawlata (SPÖ) gestellt. „Ich möchte wissen, ob Betreuern in stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen ein Budget zur Verfügung steht, um Kindern und Jugendlichen derartige Geschenke oder Ähnliches kaufen zu können“, erklärt die Landtagsabgeordnete.
„65.340,47 Euro für neun Kinder in einer Einrichtung“
LR Pawlata lieferte bereits die Antwort. „Im Normtagsatzmodell sind klientenbezogene Sach- und Betreuungskosten vorgesehen. Das sind Kosten, die für Kinder verwendet werden – zum Beispiel Bekleidung, Schul- sowie Ausbildungsbedarf, Fahrtspesen, Lebensmittel, medizinische Versorgung und Taschengeld“, schildert sie, „am Beispiel einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft steht für neun Kinder ein Betrag in der Höhe von 65.340,47 Euro zur Verfügung. Aus diesem Kalkulationsansatz können Geburtstagsgeschenke für Kinder und Jugendliche übernommen werden.“
Ich habe sie gefragt, ob vor Weihnachten noch ein Budget für Weihnachtsgeschenke zur Verfügung stünde. Das hat sie verneint und mir mitgeteilt, dass die Betreuer mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Budget haushalten müssen.

Birgit Obermüller (Neos)
Bild: Sabine Holaubek Photodesign
Eine Antwort, die LA Obermüller zu wenig detailliert war. Sie suchte vor Kurzem das persönliche Gespräch mit LR Pawlata. „Ich habe sie gefragt, ob vor Weihnachten noch ein Budget für Weihnachtsgeschenke zur Verfügung stünde. Das hat sie verneint und mir mitgeteilt, dass die Betreuer mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Budget haushalten müssen. Und dass einige Kinder auch Eltern im Hintergrund hätten. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass diese finanzkräftig sind – wo ihre Kinder doch in der vollen Erziehung sind“, schildert die pinke Politikerin.
Aus diesem Grund habe sie sich mit ihren Parteikollegen dazu entschieden, „noch vor Weihnachten einem Heim etwas zu spenden“.
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